

Ein Dorf aus dem Moor geboren
Die Geschichte von Kuhstedtermoor reicht in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Um 1850 wurde das „Große Kuhstedter Moor“ im Rahmen der hannoverschen Moorkolonisation besiedelt – als letzte Kolonie in dieser Region. 28 Anbaustellen zu 53 Morgen wurden an Kolonisten verkauft, 1855 wurde die Siedlung zur selbständigen Gemeinde erklärt, zwei Jahre später offiziell anerkannt.
Das Leben der ersten Bewohner war karg. Ihre Existenz hing am Abbau von Torf, der mit Kähnen über den Nordgraben bis zur Hamme und weiter nach Bremen transportiert wurde. Heute wird kein Torf mehr gestochen, und von den einst zahlreichen Höfen sind drei landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe geblieben.
Traditionen bewahren, Zukunft gestalten
Mit der Gemeindereform 1973 wurde Kuhstedtermoor Teil der Einheitsgemeinde Gnarrenburg. Dennoch hat der Ort seinen eigenständigen Charakter behalten. Dazu trägt vor allem der Heimatverein „De Treidlers von Kuhstedtermoor“ bei, der 1992 gegründet wurde und rund 100 Mitglieder zählt.
Der Verein hat in den vergangenen drei Jahrzehnten eine Museumsanlage aufgebaut: Backhaus, Torfkahn, Torfscheune, Bauerngarten und Remisen bilden einen lebendigen Dorfmittelpunkt. Veranstaltungen wie die Pflanzenbörse im Frühjahr oder der Torftag im Juli locken Besucher an. Jüngste Projekte wie eine Streuobstwiese mit alten Obstsorten oder eine Blühwiese für Insekten zeigen, dass sich Tradition und Gegenwart verbinden lassen.
Klönschnack und Grillabend
Das Jubiläumswochenende startet am Freitag, 5. September, mit einem internen Warm-up für alle Einwohner, Freunde und Bekannte. Ab 19 Uhr lädt das Organisationsteam auf den Schützenplatz ein – zum Klönschnack und Grillabend in entspannter Runde.
Ein Festtag voller Programm
Am Samstag, 6. September, öffnet das Festzelt um 13 Uhr seine Türen. Ab 14 Uhr unterhält der „Singende Ostfriese“ Hero Hinrichs mit Musik und Geschichten, dazu gibt es Kaffee und Kuchen im Eintrittspreis. Erwachsene zahlen 10 Euro, Kinder zwischen 6 und 13 Jahren fünf Euro, jüngere Gäste haben freien Eintritt. Für Kinder stehen Hüpfburg, Kinderschminken, Slush-Eis und Popcorn bereit. Auch Imbiss- und Fischbuden sorgen für Abwechslung. Ein eigens kreierter Jubiläumsschnaps im Sonderdesign kann vor Ort erworben werden.
Ab 20 Uhr steigt dann die große Party im Festzelt – mit Live-Musik der Partyband „Just 4 you“ bis spät in die Nacht.
Gottesdienst und Frühschoppen zum Ausklang
Der Sonntag, 7. September, beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst im Festzelt. Anschließend findet ein „zünftiger Frühshoppen“ statt, der vom Musikverein Selsingen begleitet wird. Der Eintritt kostet 5 Euro. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.
Jubiläum des Zusammenhalts
Bereits zum 150-jährigen Bestehen im Jahr 2000 hat Kuhstedtermoor groß gefeiert. Mit dem 175-jährigen Jubiläum knüpft die Dorfgemeinschaft daran an. Das Festwochenende soll nicht nur Tradition sichtbar machen, sondern auch den Zusammenhalt stärken – in einem Ort, der stolz auf seine Geschichte blickt und zugleich seine Zukunft im Blick behält.