

Mit dem Doppelhaushalt 2027/2028 will das Land Niedersachsen seine Ausgaben für Bildung weiter erhöhen. Nach Angaben der Bremervörder Grünen soll der Kultusetat 2027 auf rund 9,7 Milliarden Euro und 2028 auf etwa 9,75 Milliarden Euro steigen. Rund jeder fünfte Euro des Landeshaushalts soll damit in Schulen, Kindertagesstätten und die Bildungsinfrastruktur fließen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterrichtsversorgung. Nachdem in den vergangenen Jahren mehr als 3.000 Lehrkräfte eingestellt worden seien, sollen in den kommenden beiden Jahren weitere 1.805 dauerhafte Lehrkräftestellen geschaffen werden. Bis 2028 sollen damit insgesamt rund 5.600 zusätzliche Stellen gegenüber dem Beginn der laufenden Legislaturperiode entstanden sein.
„Heute zeigt sich: Niedersachsen investiert so stark wie lange nicht mehr in die Sicherung der Unterrichtsversorgung“, erklärt Kulturministerin Julia Willi Hamburg von den Grünen.
250 Millionen Euro für Bildungsinfrastruktur
Zusätzlich sollen die Kommunen 250 Millionen Euro für Investitionen in Kindertagesstätten und Ganztagsschulen erhalten. Das Geld stammt aus dem Länder- und Kommunalinfrastrukturfinanzierungsgesetz des Bundes und soll in den Ausbau und die Verbesserung der Bildungsinfrastruktur fließen.
Weitere Mittel sind für den Ausbau der Ganztagsbetreuung vorgesehen. Auch das Schulbudget soll steigen und bis 2028 ein Volumen von rund 74 Millionen Euro erreichen. Das entspreche gegenüber 2026 einem Zuwachs von mehr als 40 Prozent. Damit sollen unter anderem höhere Personalkosten aufgefangen und schulische Angebote weiterentwickelt werden.
Auch die Digitalisierung bleibt nach Angaben der Grünen Bestandteil der Investitionen. Für die Medienbildung sind 2027 rund 3,6 Millionen Euro vorgesehen. Ab 2028 soll die Finanzierung in diesem Bereich über den Digitalpakt 2.0 erfolgen. Ziel sei es, Schülerinnen und Schüler zu einem sicheren, kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu befähigen.
Dritte Kraft für Kindertagesstätten
Besonders umfangreich fallen die geplanten Ausgaben für die frühkindliche Bildung aus. Rund 1,95 Milliarden Euro will das Land 2027 laut der Grünen in die Kindertagesbetreuung investieren. Eine wesentliche Neuerung soll zum 1. August 2027 folgen: Von diesem Zeitpunkt an will das Land den Einsatz einer dritten Kraft in Kindertagesstätten finanzieren.
Mit den zusätzlichen Kräften soll das pädagogische Personal im Kita-Alltag entlastet werden. Gleichzeitig soll mehr Zeit für die individuelle Förderung der Kinder und für die Sprachbildung zur Verfügung stehen.
Der Ortsverband der Grünen sieht darin auch für Bremervörde eine wichtige Verbesserung. „Besonders freut uns die Finanzierung der dritten Kraft in den Kitas. Das unterstreicht den Stellenwert der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen und erleichtert die tägliche Arbeit in Bremervördes Kitas“, erklären die Grünen.
Die zusätzlichen Stellen seien Teil des niedersächsischen „Wegs der 1.000 Schritte“, mit dem die Landesregierung die Unterrichtsversorgung und die Betreuung in den Kindertagesstätten schrittweise verbessern will.
Mit Blick auf die Diskussion über die Leistungen von Schülerinnen und Schülern sehen die beiden Sprecherinnen des Bremervörder Grünen-Ortsverbandes, Marion Kaiser und Jana Basilon, die Investitionen als wichtigen Schritt. „Gerade im Hinblick auf die kürzlich veröffentlichen PISA-Zahlen ist das ein starkes Signal, welches da aus Hannover kommt“, erklären sie.



