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In guter Nachbarschaft

Zum Tag der Nachbarschaft fragt die Redaktion ihre Leser nach dem Wert der Nachbarschaft.

Bild: Tatsiana Yatsevich (Caftor)

Landkreis.  Seit 2003 wohnt Horst Romahn im Knorrenkamp. In dieser Zeit seien Menschen eingezogen, hätten dort gelebt, seien wieder ausgezogen und auch gestorben. Für Romahn ist dieser Ort, an dem er lebt, „unsere Nachbarschaft, eine Gemeinschaft, die sich versteht und hilft, wenn es nötig ist“, schreibt er in einem Brief an die Redaktion.

Romahn will an den Wert der Nachbarschaft erinnern und erzählt von einem Haus, in dem junge Menschen, ältere Menschen sowie alleinstehende Rentnerinnen und Rentner miteinander leben. Und alle Menschen, die Romahn kennenlernen durfte, waren hilfsbereit. Wenn jemand krank war, Hilfe beim Einkauf brauchte, Medikamente aus der Apotheke geholt werden mussten oder die Post aus dem Briefkasten genommen werden sollte, habe sich immer jemand gefunden. „Immer hatte jemand Zeit und bot seine Hilfe an“, schreibt Romahn.

Früher wurde auch zusammen gefeiert. Autos wurden zur Seite gefahren, Wolldecken als Schutz gegen die Nachtkälte aufgehängt, Musik lief vom Radio oder vom Plattenspieler. Es gab kleine Happen, manchmal wurde gegrillt, und auch getanzt wurde. So sei eine Nachbarschaft gewachsen, „die uns gefiel“, schreibt Romahn. Heute seien viele im Haus älter geworden, die Feiern seltener. Doch der Zusammenhalt sei geblieben: Man wolle weiterhin miteinander reden, verständig bleiben und sich gegenseitig helfen – im „Haus der Nachbarschaft“, wie Romahn es nennt.

Es ist ein solcher Zusammenhalt, den Bundespräsident Frank Walter Steinmeier in der Gesellschaft vermisst. Weshalb er am 29. Mai den Tag der Nachbarschaft – als verlängerte Geburtstagsfeier des Grundgesetzes – feiern lässt. Es soll ein Mitmachtag sein und ein Tag der die Demokratie stärkt. Denn Demokratie und Nachbarschaft gehören für den Bundespräsidenten zusammen. Denn Demokratie beginne nicht erst im Parlament. Sie zeige sich auch dort, wo fremde Menschen einander begegnen, einander zuhören, Rücksicht nehmen, Konflikte aushalten und Hilfe anbieten.

Der Anzeiger Redaktion möchte nun von ihren Lesern wissen: Wie erleben Sie Ihre Nachbarschaft? Ist sie ein Ort der Hilfe, der Begegnung und des Vertrauens? Oder eher ein Ort der Distanz, der Kontrolle und des Streits? Wie hängen Nachbarschaft und Demokratie für Sie zusammen? Und ganz einfach: Was ist Ihre schönste oder ihre schlimmste Nachbarschaftsgeschichte?

Berichten Sie uns von ihren Gedanken und Erfahrungen und schreiben uns bis Mittwoch, 27. Mai, an redaktion@anzeiger-verlag.de. Einiges von dem, was Sie uns erzählen, wird sich an dieser Stelle in der nächsten Titelstory wiederfinden. Wir sind gespannt auf Ihre Zuschriften.

Foto: Adobestock


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