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Käte Heins

Grünes Licht für Wohnen im Zentrum

Beverstedt. Auf der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs - und Wirtschaftsausschusses ging es auch darum, welche Vorgaben Investorinnen und Bauinteressenten in der Gemeinde mit auf den Weg gegeben werden sollen.
Die Nachfrage nach Wohnraum in Beverstedt ist groß. Auf dem ehemaligen Gelände des Extra-Marktes in Beverstedt sollen bezahlbare Wohnungen entstehen.

Die Nachfrage nach Wohnraum in Beverstedt ist groß. Auf dem ehemaligen Gelände des Extra-Marktes in Beverstedt sollen bezahlbare Wohnungen entstehen.

In Beverstedt ist die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und einem Bauplatz im Grünen groß. Immer mehr Seniorinnen in der Gemeinde Beverstedt verkaufen ihre Häuser und suchen für ihren Lebensabend eine kleine Wohnung im Zentrum Beverstedts. Auch immer mehr junge Familien wollen aufs Land.
 
Klimaschutz in der Bauleitplanung
 
Darüber wie in Zukunft der Klimaschutz in der Bauleitplanung gestaltet werden soll, konnten sich die Ausschussmitglieder auf der Sitzung nicht einigen. Zwar sei das Thema Klimaschutz in der Bauleitplanung in den letzten Monaten immer mehr in den Vordergrund getreten und in der zweiten Hälfte des letzten Jahres bei den Bebauungsplänen berücksichtigt worden.Doch zurzeit hängen die Bauleitpläne in der Warteschleife. „Zurzeit liegen verschiedene Verfahren auf Halde, weil wir nicht wissen, wie wir mit dem Thema umgehen sollen“, bestätigt Bauamtsleiter Dieter Allers.
Doch wie lässt sich eine klimagerechte Zukunft in der Gemeinde Beverstedt gestalten? Die SPD/Grünen-Gruppe will noch einmal in Ruhe überlegen, ob es ausreicht, ein Verbot von Schottergärten oder eine Begrünung von Dächern auf Nebengebäuden und nichtheimische Hecken zu fordern.
Die SPD-Parteivorsitzende Claudia Suhr argumentiert dafür, mit kleinstmöglichen Vorgaben größtmögliche Ergebnisse zu erzielen. Mit Minimalismus komme man beim Thema Klima nicht weiter. Die aktuellen Klimadaten und Fakten sprächen doch für sich. Suhr fordert, es sollte mehr auf vorhandene Bausubsubstanz geschaut werden, die nicht mehr bewohnt wird und verfällt. Hier sei wertvolle versiegelte Fläche vorhanden, die genutzt werden könne.
 
Jungen Familien helfen
 
Weiterhin sei zu erwähnen, dass zwar im Flecken Beverstedt in den vergangenen Jahren neue Baugebiete entstanden seien, sich die Einwohner:innenzahl dadurch aber nicht maßgeblich erhöht habe. Es gebe jede Menge Häuser in der Gemeinde, die von alleinstehenden älteren Menschen bewohnt werden und in den kommenden Jahren verkauft werden. „Hier sollten wir tätig werden und jungen Familien behilflich sein, wenn es um energetische Förderung geht“, sagt Claudia Suhr.
Für den Landtagsabgeordneten Oliver Lottke (SPD) ist wichtig, dass Anreize geschaffen werden und staatliche Beratung stattfinden. „Solar macht Sinn. Funktioniert aber nur, wenn es bundesweit gefördert wird“, so Lottke. Da werde noch jede Menge Überzeugungskraft nötig sein. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gunnar Böse möchte gerne Ende März auf der Ratssitzung mit dem Thema abschließen. „Wir dürfen nicht zu viel Zeit verstreichen lassen, da die Baukosten immer in die Höhe schießen“. In den Ortschaften Appeln, Bokel, Frelsdorf, Heerstedt, Kirchwistedt, Lunestedt und Oberheise und Stubben soll die Politik bei bereits begonnen Verfahren entscheiden, welche Vorgaben in die Bauleitplanung übernommen werden soll. Bereits kurze Zeit nach Bekanntgabe neuer Baugebiete oder freier Baugrundstücke in der Gemeinde Beverstedt stehen die Telefone im Rathaus oder bei den Ortsvorstehern nicht mehr still.
Ortsvorsteher Gerhard Hillmann warnt davor, Bauherren mit zu strengen Auflagen zu vergrämen. Hier müsse unterschieden werden, ob es sich um Lückenbebauung oder um neues Bauen in einem Plangebiet handele. In Zukunft bräuchten zukünftige Eigenheimbesitzer:innen mehr staatliche Unterstützung. Seit drei Jahren liefen bereits die Gespräche mit einigen Bauherren in Frelsdorf. Die Ungeduld sei groß. Potenziale Bauplätze seien vorhanden. Teilweise seien schon Emissionsgutachten erstellt worden. Grund der Verzögerung sei der Wegfall des § 13b-BauGB.
 
Wohnen in Zentrumsnähe
 
Erfreut äußerte sich der Ausschussvorsitzender Gunnar Böse darüber, dass in Beverstedt etwas Neues auf dem ehemaligen Gelände des Extra-Markts entsteht. Die Beschlussempfehlung für den Bebauungsplan „Friedhofstraße“ wurde einstimmig beschlossen. Außerdem lobte der Ausschuss den unermüdlichen Einsatz von Bürgermeister Guido Dieckmann (parteilos). Über Monate hatte sich Dieckmann sich mit dem Besitzer getroffen und Verkaufsverhandlungen geführt.
Die Aufstellung des Bebauungsplanes diene der zeitgemäßen Innenentwicklung des Flecken Beverstedt, denn der Immobilienmarkt nach bezahlbaren Wohnraum in Beverstedt sei leer gefegt. Das geplante Projekt werde der großen Nachfrage nach günstigem Wohnraum für Singles und Senioren gerecht.


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