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Monika Hahn

„Forschen und entdecken“

Die neue offene Lerngruppe der Heinrich-Behnken-Schule in Selsingen hat einen Igel ausgewildert.

Maria schaut sich den Igel in Birthe Schlichters Hand aus der Nähe an, bevor er in die Freiheit entlassen wird.

Maria schaut sich den Igel in Birthe Schlichters Hand aus der Nähe an, bevor er in die Freiheit entlassen wird.

Selsingen. Seit diesem Schuljahr lernen Schüler:innen der Heinrich-Behnken-Schule in Selsingen unter der Leitung von Tierpflegerin Birthe Schlichter viel über die Natur.

Zehn Schüler:innen der Jahrgangsstufen 5 und 6 haben sich seit den Sommerferien bereits 1 x pro Woche unter dem Motto „Forschen und entdecken“ auf verschiedene naturkundliche Entdeckungsreisen begeben.

Auf dem Stundenplan stehen wöchentlich wechselnde Aktionen, die sich die Expertin meist ziemlich spontan oder auf Anregung der Schüler:innen überlegt. Die Kinder haben schon gemeinsam mikroskopiert oder sich mit der heimischen Insektenwelt beschäftigt. Ein besonderes Highlight war die erfolgreiche Auswilderung eines Igels auf einer nahegelegenen Obstbaumwiese.

Der winzige und verwahrloste Baby-Igel wurde im September in Bremervörde gefunden und kam zu der Tierpflegerin nach Karlshöfen, die bereits im letzten Jahr kleine Igel liebevoll aufgepäppelt hatte. „Der Kleine war wirklich in einem bemitleidenswerten Zustand, aber glücklicherweise unverletzt“, erinnert sie sich. In einem ausrangierten Kaninchenstall fütterte sie das männliche Jungtier von anfangs nur 97 Gramm Körpergewicht auf zuletzt stattliche 960 Gramm. Die Auswilderung des Jungtiers stand nun Anfang November an. „Während ich etwas über die Lebensweise der Tiere erzählt habe, haben die Kinder ein kleines Schutzhaus gebaut, Laub gesammelt und Futter bereitet. Gemeinsam haben wir dann einen versteckten Platz auf der Obstwiese neben der Grundschule gesucht, das Haus mit dem Igel dort unter Laub versteckt und den Igel frei gelassen“, so Birthe Schlichter.

 

Tipps für Igelfreunde

 

Wer jetzt noch Igel im Garten herumlaufen sieht, sollte sie wiegen: Um den bis zu fünf Monate andauernden Winterschlaf zu überstehen, müssen die Tiere etwa 900 Gramm Gewicht haben. „Wie ein krankes Kleinkind päppelt man den Igel am besten mit Fencheltee und Wärme. Mit einer Wärmflasche, einem abgekühlten Kräutertee und etwas Ruhe kann man dem Tier das Leben retten“, sagt die Tierpflegerin. Milch oder Katzenfutter sind unbekömmlich für die Tiere und können deren Tod mitverursachen. „Möchte man die Tiere selbst überwintern, stellt man sie an einen nicht zu warmen Ort und kann sie mit sehr hochwertigem Hunde- oder Katzenfutter, mit ungewürztem, gegartem Fleisch oder mit Haferflocken aufpäppeln. Wer einen Igel findet, und unsicher ist, ob er den Winter überlebt, kann das Tier wiegen und per Mail an schlichterbirthe@gmail.com oder unter der Telefonnummer 01575/6558795 Kontakt zu Birthe Schlichter aufnehmen.


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