Ulrich Evers

„Die Streitkultur nimmt zu“ - Heinrich Schmidt löst Berthold Cordes als Schiedsmann ab

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Ein wichtiges Ehrenamt geht in neue Hände: Samtgemeindebürgermeister Gerhard Kahrs (r.) und Hauptamtsleiter Michael Hannebacher (l.) verabschiedeten Berthold Cordes (2.v.r.), hier mit seiner Frau Angelika, als Schiedsmann. Sein Nachfolger wurde nach einstimmigen Ratsbeschluss Heinrich Schmidt (2.v.l.).  Foto: ue

Ein wichtiges Ehrenamt geht in neue Hände: Samtgemeindebürgermeister Gerhard Kahrs (r.) und Hauptamtsleiter Michael Hannebacher (l.) verabschiedeten Berthold Cordes (2.v.r.), hier mit seiner Frau Angelika, als Schiedsmann. Sein Nachfolger wurde nach einstimmigen Ratsbeschluss Heinrich Schmidt (2.v.l.). Foto: ue

Selsingen. Die Samtgemeinde hat einen neuen Schiedsmann. Mit einem offiziellen Akt führte Samtgemeindebürgermeister Gerhard Kahrs Heinrich Schmidt in sein Amt ein und verabschiedete gleichzeitig dessen Vorgänger Berthold Cordes.
In seinen einleitenden Worten erinnerte Kahrs daran, dass Berthold Cordes im Dezember 2014 vom Samtgemeinderat einstimmig zum Schiedsmann gewählt wurde. Im Februar 2015 folgte die Bestätigung durch das Amtsgericht. Cordes nahm an zahlreichen Aus- und Weiterbildungen zum Schiedsmann teil, sodass er das Amt erfolgreich rund dreieinhalb Jahre ausfüllen konnte.
Erst ein Schlaganfall im Jahr 2018 zwang ihn, seine Tätigkeit aufzugeben. Seit dieser Zeit übernahm sein Stellvertreter Erhard Wanger das Ruder.
„Wir sind auf die Suche gegangen und haben bei den Ratsmitgliedern nachgefragt, wer für das Ehrenamt infrage kommt“, erinnerte sich der Samtgemeindebürgermeister. Die Wahl fiel einvernehmlich auf Heinrich Schmidt, vielen Selsingern als langjähriger Vorsitzender des MTSV vertraut.
Am 21. Februar wählte ihn der Samtgemeinderat einstimmig zum Nachfolger von Berthold Cordes. Im April folgte die förmliche Verpflichtung durch das Amtsgericht. Jetzt muss sich Schmidt durch die nötigen Fortbildungen für seine neue Aufgabe fit machen.
„Mir hat der Job Freude gemacht“, blickte der scheidende Schiedsmann Cordes auf seine Tätigkeit zurück.
Für manche Konfliktarten, zum Beispiel Streitigkeiten unter Nachbarn, ist der Gang zum Schiedsmann unumgänglich. „Erst wenn die Schlichtung durch den Schiedsmann scheitert, wird eine Privatklage vor Gericht zulässig“, erläuterte Berthold Cordes.
Die Tatsache, dass viele heute schon gleich mit ihren Anwälten zu den Schiedsterminen kämen, mache die Arbeit nicht gerade einfacher: „Die Streitkultur nimmt zu“, so Cordes. Dies liege nicht nur daran, dass heute die meisten Bürger über Rechtsschutzversicherungen abgesichert seien und dadurch die Hemmschwelle vor einem Gang vor Gericht immer weiter sinken würden.
22 Fälle hat er in den drei Jahren als Schiedsmann bearbeitet. Zwölf davon haben sich im Vorfeld zwischen den Streitparteien klären lassen, bevor es zu einem offiziellen Schiedsverfahren kommen musste. „Von den restlichen zehn konnten immerhin sechs erfolgreich vermittelt werden.“ Nur in vier Fällen war Berthold Cordes eine Schlichtung nicht möglich, sodass den Parteien im Anschluss nur der Weg zum Gericht blieb.
„Als Schiedsmann muss man vor allem seine eigenen Gefühle zurückstellen“, sagte Berthold Cordes. Neutralität sei oberstes Gebot. „Das Schiedsamt ist kein Gericht. Wir sprechen kein Urteil aus.“ Dennoch können Schiedsleute streitbaren Parteien den Gang vor Gericht möglicherweise ersparen.
„Von der Arbeit der Schiedsleute bekommt die Öffentlichkeit kaum etwas mit“, erinnerte Michael Hannebacher, Amtsleiter des Haupt- und Personalamtes der Samtgemeinde. „Umso höher ist die ehrenamtliche Arbeit anzurechnen. Sie ist sicher kein dankbarer Job.“
Gerhard Kahrs erinnerte daran, dass der Schiedsmann ein Ehrenamt für die Gesellschaft ausfülle. Es sei heutzutage nicht selbstverständlich, wenn sich jemand um die Streitigkeiten Dritter kümmere, ohne dafür mehr als nur eine Aufwandsentschädigung zu erhalten.
„Ich trete in große Fußstapfen“, ist sich der neue Schiedsmann Heinrich Schmidt bewusst. „Aber ich werde mein Bestes tun.“
Zum Abschluss wünschte ihm Samtgemeindebürgermeister Kahrs „für die Amtsausführung das nötige glückliche Händchen.“


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