

Bremervörde. Der Bremervörder Ortsrat hat gemeinsam mit der Tourist-Information eine Infotafel zum historischen „Ochsenweg“ aufstellen lassen und damit ein Langzeitprojekt abgeschlossen. Die Realisation ging auf eine Anregung von Ralf Hube zurück, umgesetzt wurde sie von den Ortsratsmitgliedern Petra Fischer und Christian Oetjen. Barbara Norden (Tourist-Information Bremervörde) gestaltete den Informationstext.
Bedeutsamer Oste-Übergang
Der ursprüngliche Name von Bremervörde lautete bis ins 17. Jahrhundert „Vorde“ bzw. „Vörde“ und bedeutet im Altniederdeutschen „Furt“. Gemeint war damit der einzige bedeutsame Übergang über die Oste, einen Nebenfluss der Elbe.
„Es ist überliefert, dass im Jahre 1499 8.314 Ochsen diese Zollstelle passierten, und von Ostern 1567 bis Ostern 1568 soll hier ein Durchtrieb von zirka 29.500 Tieren verzeichnet worden sein“, sagte Ralf Hube, der die Einweihung der Infotafel mit einem Vortrag begleitete.
Seine Recherche bildete die Grundlage für den Informationstext, der auch erwähnt, dass in den Jahren 1581 und 1583 sogar 34.184 Ochsen registriert wurden.
Eine Herde bestand damals aus 40 bis 50 Tieren, begleitet von zwei bis drei Treibern. Am Tag legten sie 20 bis 25 Kilometer zurück, ehe sie in Gasthäusern entlang der Strecke Station machten.
Der Weg sei, so Hube, identisch mit dem alten Marktweg, der in Stade begann und über Himmelpforten führte. Dort wurde nicht verkauftes Vieh gesammelt und weiter ins Elbe-Weser-Dreieck getrieben. Von hier stammt die historische Bezeichnung „Ochsenweg“.
Handelszentrum Bremervörde
Nicht nur Ochsen, auch Pferde, Schafe und Handelswaren wurden in Bremervörde verzollt. Die Zollbrücke galt lange als die bedeutendste der Region. Deren Besitzer achteten streng darauf, dass sie passiert wurde – bis Händler im 17. Jahrhundert zunehmend erfolgreich alternative Wege suchten. Mit dem technischen Fortschritt, etwa durch den Bau der Eisenbahn, verlor der Ort schließlich seine Bedeutung als Knotenpunkt.
In unmittelbarer Nähe der neuen Infotafel haben vor wenigen Tagen die Vorbereitungen für den Bau der neuen Ostebrücke begonnen. Sie wird künftig die bisherige „Gerichtsherrenbrücke“ im Verlauf der B71/74 ersetzen.