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Ralf G. Poppe

"A 20-Bau verschärft die Klimakrise"

Bremervörde. Diplom-Biologin Susanne Grube vom BUND Ammerland referierte kürzlich auf Einladung von A 20-Gegnerinnen in Bremervörde und ging in ihrem Vortrag insbesondere auf den Bauabschnitt in der Region Bremervörde ein.
Susanne Grube und Ursula Trescher zeigen auf der Landkarte die Region, für die es mit einem A 20-Bau „ernst“ werden würde.

Susanne Grube und Ursula Trescher zeigen auf der Landkarte die Region, für die es mit einem A 20-Bau „ernst“ werden würde.

Bild: Rgp

Kürzlich fand in Bremervörde ein Informationsabend mit der Diplom-Biologin Susanne Grube vom BUND Ammerland statt, bei dem der Planungsstand, Verfahrensbeteiligungen sowie weitere Informationen zum Planfeststellungsverfahren vom Abschnitt 6 zum geplanten Bau der A 20 beleuchtet wurden. Der Abschnitt 6 beinhaltet die Region um die B 495 (Bremervörde) sowie die L 144 (Elm).
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Bürgerinitiative „A 20 Nie“, der BUND-Kreisgruppe Rotenburg, dem NABU-Kreisverband Bremervörde-Zeven sowie vom Aktionsbündnis Bremervörde.
Ursula Trescher, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Bürgerinitiative und stellvertretende Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe unterstützte den Vortrag Grubes zum besseren Verständnis für die Besucher:innen mit Hintergrundinformationen.
Zur Sprache kam dabei unter anderem die zweite Planänderung, die die Wasserrahmen-Richtlinie der Wasserwirtschaft, Lärm- und Luftschadstoffe sowie Aspekte des Klimaschutzes (C02-Bilanz) thematisiert. So entstünden durch die A 20 laut Bundesverkehrswegeplan (BVWP) zum CO2-Ausstoß durch Mehrverkehr und Lebenszyklusemissionen 90.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Das wären einerseits die höchsten CO2-Emissionen aller Projekte im BVWP. Andererseits sei dabei noch nicht einmal die Zahl des Ausstoßes durch (zum Bau notwendigen) Torfaushub bzw. Waldzerstörung berücksichtigt.
 
Verschmutzung der Oste
 
Nachdem die Vor- und Entwurfsplanungen mittlerweile abgeschlossen seien, befände sich der Planfeststellungsbeschluss in der Genehmigungsplanung, dem eventuell Klageverfahren folgen könnten. Bislang gab es lediglich für fünf der 18 Abschnitte der A 20 in Niedersachsen und Schleswig-Holstein Planfeststellungsbeschlüsse, die allesamt beklagt wurden. In vier Fällen wurden Beschlüsse für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt. Weiterhin läge bislang, so Grube, für keinen der 18 Abschnitte vollziehbares Baurecht vor.
Bezüglich des Abschnitts 6 ist Trescher besonders unzufrieden. Bei der Planänderung diesbezüglich werde angekündigt, dass Autobahn-Abwässer aus dem Bremervörder Abschnitt 6, die östlich der Oste zusammen mit Abwässern vom Abschnitt 7 in den Fluss flößen, erst beim Abschnitt 7 thematisiert werden würden. „Der Oste ist es aber egal, aus welchem Abschnitt das verschmutzte Wasser kommt. Wesentlich ist, dass sie damit belastet wird“, so Trescher.
Grube erläutert, dass durch den Neubau der A 20 laut BVWP zudem pro Jahr 144 Millionen PKW-Kilometer anfallen würden. Der Bau stehe zudem in krassem Widerspruch zu nationalen und internationalen Klimazielen und sorge dafür, dass die Verlagerung von Schiff und Bahn auf eine klimaschädliche Straße begünstigt werden würde.
Obendrein binde das Bauvorhaben in erheblichem Umfang Finanzmittel, die dringend für die Entwicklung bzw. Durchführung von Klimaschutz-Projekten oder zur Abwendung von Gefahren durch den Klimawandel benötigt werden würden. Weiterhin führe die A 20 zu circa 80 Prozent über kohlenstoffhaltige Moor- und Marschböden.
„Von der Verschärfung der Klimakrise auch durch diese Autobahn ist weltweit jeder betroffen“, waren sich Trescher und Grube einig.
 
Hilfestellung bei Einwendungen
 
Wer nun Einwendungen gegen den Bau einreichen möchte, so Trescher, erhalte am Sonntag, 11. September, von 10 bis 12 Uhr auf Wunsch Hilfestellung im Ostel. Oder auf Vereinbarung unter Telefon 04768/685 bzw. per Mail an aktionbrv@gmx.de. Eine Kontaktaufnahme ist zudem über www.aktionbrv.wordpress.com möglich. Personen, die sich persönlich betroffen fühlen, müssen laut Trescher bis zum 14. Oktober eine persönliche Einwendung an das Bremervörder Rathaus senden. Am Sonntag, dem 2. Oktober, finde obendrein noch eine große Veranstaltung unter dem Motto „Stimmen gegen die Autobahn - Klimaschutz statt weiter so“ in Bremervörde (An der Höhne) statt.
Da im Vortrag erwähnt wurde, dass online ohne die exakte Schreibweise keinerlei Unterlagen über den Abschnitt 6 der A 20 ermittelt werden könnten, nachfolgend der exakte Link für detaillierte Informationen: https://uvp.niedersachsen.de.


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