Ulla Ingenhoven

Spannender „Moorblues“ - Christa Picard liest aus ihrem neuesten Krimi

Worpswede. „Moorblues“ - so heißt der neue Krimi von Christa Picard. Am Donnerstag, 21. November, ab 19 Uhr wird die Autorin in der Volksbank Worpswede aus dem dritten Band ihrer Krimireihe lesen. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Der Erlös wird wieder für einen guten Zweck gespendet. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten, entweder telefonisch bei der Volksbank unter 04792 / 93030 oder an info@edition-falkenberg.de. Der Anzeiger sprach vorab mit der sympathischen Schriftstellerin.

Bilder
Christa Picard wird am 21. November in der Volksbank Worpswede aus ihrem neuen Krimi „Moorblues“ lesen.  Foto: ui

Christa Picard wird am 21. November in der Volksbank Worpswede aus ihrem neuen Krimi „Moorblues“ lesen. Foto: ui

Anzeiger: Frau Picard, in Ihrem neuen Krimi „Moorblues“ geht es um eine Moorleiche, die ein Steuerberaterehepaar in ihrem alten Fachwerkhaus beim Aushub des Bodens findet. Das hört sich spannend an. Gab es so etwas wirklich?
Christa Picard: Nein (lacht). Das ist reine Fiktion. Aber wer weiß, es gibt ja Moorleichen, und es gibt Leichen im Keller. Warum soll es nicht auch eine Leiche in einem Gebäude geben? Ich habe es mir nur einfach so vorgestellt. Da gibt es auch eine gewisse Parallele: Mein Mann und ich waren zwar keine Steuerberater, sondern Psychotherapeuten, aber wir haben uns auch vor 30 Jahren hier im Teufelsmoor niedergelassen. Aber jetzt sind wir im Ruhestand - und ich schreibe und kümmere mich um meine Enkelkinder.
Ermitteln werden wieder - wie bei Ihren vorherigen Romanen „Mord im Moorexpress“ und „Verschollen im Teufelsmoor“ - die schon vertrauten Personen Kommissar Peter Köster, Gisela Schmidt und die Osterholzer und Verdener Mordkommission. Erhalten Sie Unterstützung von der „echten“ Polizei beziehungsweise Mordkommission?
Ja, von Günter Frankenfeld, dem ehemaligen Leiter der Osterholzer Mordkommission beziehungsweise Polizeistation. Das ist ein ganz toller Unterstützer. Er liest all meine Krimis, ist selbst ganz literaturbesessen und sagt mir immer ganz genau, was machbar und was nicht machbar ist, das müssen Sie anders schreiben, macht Vorschläge und guckt auf die kriminalistische Plausibilität. Und die ist ja wichtig. Immer wenn ich mein Manuskript fertig habe, bekommt er es als Erster. Seit dem ersten Krimi ist er dabei. Auch habe ich Kontakt zum Leiter des Instituts für Rechtsmedizin in Bremen. Der war auch sehr hilfsbereit. Es geht ja um eine Moorleiche ...
Was fasziniert Sie daran, Ihre Protagonisten im Teufelsmoor anzusiedeln?
Naja, ich selbst lebe im Teufelsmoor. Und da habe ich mir gedacht, das sollte auch hier spielen - in der Umgebung, in der ich mich gut auskenne und in der ich mich wohlfühle.
Wie kommen Ihre Bücher hier in der Region an?
Sehr gut, das allererste, „Mord im Moorexpress“, wird super verkauft. Das ist schon die vierte Auflage und hat eine breite Leserschaft hier im ganzen Bereich bis Stade. Hier fahren ja viele gern mit dem Moorexpress. Mit dem zweiten Buch „Verschollen im Teufelsmoor“ verhält es sich genauso.
Woher kommen Ihre Ideen?
Also, es kommt immer eine Grundidee. Dieses Mal dachte ich an die berühmte Moorleiche. Aber es soll auch immer einen geschichtlichen beziehungsweise aktuell politischen Hintergrund haben. Im ersten Krimi ging es ja um die Zwangsarbeiter im Teufelsmoor, im zweiten um die jüdische Bevölkerung und wie mit deren Nachlass umgegangen wurde, Häuser, die billig versteigert wurden … Dieses Mal geht es um das Thema Kreuzfahrt.
Da haben Sie ja schon einen aktuellen Bezug …
Es sollte den Mitfahrern bewusst werden, wie sehr diese die Umwelt belasten und wie die Angestellten auf ihnen ausgebeutet werden. Das Personal von den Philippinen arbeitet neun bis zehn Monate ununterbrochen jeden Tag, und das zu einem schlechten Entgelt. Dazu werden auf den Schiffen riesige Mengen Müll produziert. Ein geringer Teil wird verbrannt, der Rest im Meer entsorgt. Die meisten Schiffe fahren mit Schweröl, das vor allem die Bewohner der Küstenstädte, an denen sie anliegen, schwer belastet.
Darüber schreiben Sie in Ihrem neuen Krimi?
Ja, hier ermitteln die beiden Jungs wieder, also die Söhne von Kommissar Köster. Die recherchieren die Hintergründe zum Kreuzfahrtgeschäft.
Was verraten sie in Ihrer Lesung, und vor allem, was hat die Lösung dieses kniffeligen Falles mit Blues zu tun?
Es wird verraten, dass es etwas mit der Seefahrt zu tun hat, und der Blues spielt in all seinen Farben eine Rolle. Also der Blues in seinen verschiedenen Schattierungen und Ausprägungen - das hat etwas mit der Realmusik, aber auch mit einem Lebensgefühl zu tun.
Frau Picard, ich bedanke mich für das Gespräch.
Das 192-seitigeTaschenbuch „Moorblues“ ist in der Edition Falkenberg erschienen und kostet 9,90 Euro. Es ist auch dort in der Lindenstraße 21 in Rotenburg (Wümme) sowie in allen Buchhandlungen (ISBN 978-3-95494-199-5) sowie bei Edeka Winkler in Worpswede erhältlich.


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