Alfons Volmer

Podium Worpswede feiert zehnte Ausgabe des Musikherbstes

Worpswede. Am 7. Oktober beginnt der 10. Worpsweder Musikherbst. Der Verein „Podium Worpswede“ lädt Musik- und Kunstinteressierte zu einem Sparten und Genre übergreifenden Kulturerlebnis in die Bötjer‘sche Scheune.
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Verantwortlich fürs Programm: Die erste Vorsitzende des Vereins „Podium Worpswede“ Dr. Ursula Siefken-Schulte.

Verantwortlich fürs Programm: Die erste Vorsitzende des Vereins „Podium Worpswede“ Dr. Ursula Siefken-Schulte.

„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie doch stets mit Geräusch verbunden.“ - Wilhelm Busch konnte leider kein Konzert in der Worpsweder Bötjer‘schen Scheune besuchen, denn sonst hätte er miterleben dürfen, welch wunderbaren Klang diese Geräusche doch haben können und dabei nicht nur wohltuend in die Ohren der Lauschenden gelangen, sondern auch über das Hören hinaus zu einer nachhaltigen Interpretation des vorgetragenen Œuvre inspirieren können. Auch das hat sich der gemeinnützige Verein „Podium Worpswede e.V.“ bei seiner Gründung vor zehn Jahren auf die Fahne bzw. das Notenblatt geschrieben. „Uns war klar, dass es im Künstlerdorf Worpswede bereits ein breit gefächertes kulturelles Angebot gab, also sollte etwas Neues her, was sich inhaltlich und zielgerichtet davon abhob, und es würden sicherlich keine Opern aufgeführt, sondern eher kleinere Ensembles die Bühne betreten“, wie die für das Programm verantwortliche und erste Vorsitzende des Vereins Dr. Ursula Siefken-Schulte erklärt.
 
Beliebtes Ereignis
 
Mit dem Konzept der Förderung und Präsentation zeitgenössischer internationaler Musik in Verbindung mit ausgesuchten Werken eines gewaltigen klassisch-romantischen Repertoires sollten dann Sparten und Genre übergreifende Aspekte im Zuge einer Kombination aus Musik, Bildender Kunst sowie Literatur für eine wechselseitige Inspiration und Anregung der Fantasie sowohl bei den Vortragenden als auch beim Auditorium sorgen. „Wir hatten insofern also schon eigene sehr hohe Ansprüche und dazu noch gezielte Anforderungen von außen zu erfüllen“, so Siefken-Schulte. Mit viel Fleiß, Ausdauer, Fantasie, Zielstrebigkeit, hoher Motivation und wohl auch einem ausgeprägten Kultursendungsbewußtsein ist es tatsächlich gelungen, die jährlichen Podium-Veranstaltungen zu einem festen, anerkannten und äußerst beliebten Ereignis in der Worpsweder Kulturszene zu machen. Pro Veranstaltung seien mindestens 200 Planungs- und Organisationsstunden anzusetzen. Viele hochkarätige Musiker:innen sind hier bereits aufgetreten, haben die ausgezeichnete Akustik der fantastischen Location kennengelernt und ihre positiven Erfahrungen in die Welt hinausgetragen. „Natürlich war es nicht so einfach, von Anfang an weltberühmte Interpreten zu engagieren , aber“, so resümierte Siefken-Schulte lächelnd, „dabei konnte ich zum Glück auf meine eingehenden Erfahrungen als Referatsleiterin beim Kultursenator in Bremen und Dozentin unter anderem für Kulturmanagement und Musikerrecht zurückgreifen.“
 
Mittel vom Land
 
Auch seien ihr einige Darbieter:innen noch persönlich bekannt und so könnten die Gagen moderat und dank der umfangreichen Fördermittel des Landes die Eintrittspreise gering gehalten werden. Eine Aufrechterhaltung dieser publikumsfreundlichen Preise bei gleichzeitig sehr hohem Qualitätsstandard sei allerdings ohne Werbung, Fördergelder sowie maßgebliche Unterstützung seitens des Landes nicht möglich.
Die durchschnittliche Besucherzahl beträgt 50, bei Starbesetzungen wird regelmäßig die höchstmögliche Auslastung der Scheune von 200 Personen erreicht, wobei nämlich eine zunehmende Anzahl überregionaler Gäste zu verzeichnen ist. „Es spricht sich natürlich auch in der Musik-und Kunstszene herum, welche hervorragenden Voraussetzungen in Worpswede gegeben sind und was für ein interessiertes, weltoffenes Publikum sich hier regelmäßig einfindet“, erzählt die Vereinsvorsitzende.
 
Das Programm
 
Für das Jubiläumsjahr hat der Verein nun ein ganz besonderes Musikpäckchen geschnürt: Am 7. Oktober eröffnet das Mandelring Quartett den 10. Worpsweder Musikherbst 2022 mit Werken der während des Nationalsozialismus „verfemten“ Komponisten Victor Ullmann, Streichquartett Nr. 3 op. 46 und Berthold Goldschmidt, Streichquartett Nr. 2, ergänzt durch das Streichquartett op. 13 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Am Tag darauf betritt die ebenfalls international renommierte Kammermusikerin Katarzyna Mychka zusammen mit dem Mandelring Quartett die Bühne und wird in Werken von Joseph Haydn, Astor Piazolla, Daniel Schnyder und Antonín Dvorák ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten als Marimba-Virtuosin unter Beweis stellen.
Der 12. November gehört dann dem bekannten Kölner Rundfunk Streichquartett, welches neben Stücken von Astor Piazolla, Werner Thomas Mifune und Fritz Kreisler noch von Ingo Luis arrangierte Medleys der Popgruppen Abba, Beatles und Queen darbieten wird. Den Abschluss des Festivals gestaltet schließlich das Amaryllis Quartett zusammen mit der Sopranistin Juliane Banse. Der oft und viel gelobte ausdrucksvolle und vielschichtige Ensembleklang wird sicher auch bei den Rückert-Liedern von Gustav Mahler, den Zwischenspielen von Philip Hefti und den Liedern von Felix Mendelssohn-Bartholdy dafür sorgen, dass das Publikum in den Bann gezogen wird.
Alle Vorstellungen beginnen um 20.00 Uhr in der Bötjerschen Scheune, der Eintritt beträgt 25, ermäßigt 20 Euro. Karten über Nordwest-Ticket, Tel. 0421 363636. Weitere Informationen unter www.podium-worpswede.de.


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