Tom Boyer

Lebendigkeit schenkendes Landleben

Worpswede. Die niedersächsische Ministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat Auszeithöfe in der Region besucht, um sich einen Eindruck davon zu machen, wie man auf dem Land in der Region die Seele baumeln lassen kann.

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In der Bötjer‘schen Scheune und auf dem Herzfeldhof in Worpswede wurden die Ergebnisse des Projektes „Auszeithöfe - Landerlebnis für Körper und Geist“ vorgestellt. Dabei war auch die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Barbara Otte-Kinast (CDU).
Das Modellprojekt wird über den Europäischen Sozialfonds im Bereich Daseinsvorsorge im ländlichen Raum in den Landkreisen Osterholz und Rotenburg (Wümme) gefördert und läuft noch bis September 2022. Es folgt dem Motto „natürlich achtsam“ und die Erlebnisprogramme zielen auf die Prävention und Bewältigung von Stress ab.
Präsentiert wurden die Ergebnisse „Auszeithöfe - Landerlebnis für Körper & Geist“ von der LandTouristik Niedersachsen e.V. (LTN) zusammen mit der Touristikagentur Teufelsmoor-Worpswede-Unterweser e.V. (TWU) und dem Touristikverband Landkreis Rotenburg (Wümme) e.V.
 
Die Lebendigkeit der ländlichen Region
 
„Die Auszeithöfe bieten einen Ruhepol, um Kraft schöpfen zu können und tief Luft zu holen. Landwirtschaftliche Familienbetriebe können nicht nur vielfältige und hochwertige Lebensmittel erzeugen, sondern sind jetzt auch ein Ort, um eine Auszeit für Körper und Geist zu nehmen, stellte die anwesende Ministerin begeistert fest. Ein Flächenland wie Niedersachsen sei auf die Lebendigkeit der ländlichen Regionen angewiesen, gerade in Krisenzeiten wie diesen würden zunehmend mehr Menschen auf den heimischen Urlaub in den ländlichen Räumen zurückgreifen. Auszeithöfe würden die Möglichkeit bieten „das Landleben neu zu erleben. Sie bieten ein breit gefächertes Programm aus den Bereichen Natur Gesundheit, Soziales, Ernährung, Kultur und Freizeit an“, so Otte-Kinast weiter. Für Projektpartner und TWU-Geschäftsführer Thorsten Milenz stelle das Projekt „die Schnittstelle zwischen Kunst, Tourismus und ländlichem Leben“ dar. Auf den Höfen würde eine Situation geboten werden, in der man sich und das Weltgeschehen reflektieren könne. Dieses „Experimentierfeld für Innovatives“ könne helfen, das Image des ländlichen Raumes bei einigen Menschen „vom provinziell verschrienen, zum Sehnsuchtsort“ zu wandeln. Udo Fischer vom Touristikverband Landkreis Rotenburg (Wümme) merkt an, dass das Projekt dazu beitragen könne „dem hektischen, stressigen und schnelllebigen Alltag zu entkommen. Es sei auch gerade mit und nach der Corona-Pandemie hochaktuell“. Das Projekt würde die Ferien auf dem Hof weiterentwickeln und durch das „Entschleunigungs- und Entspannungspotenzial“ ein Refugium im ländlichen Raum schaffen.
Die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Lüneburg, Monika Scherf, stellt die Koppelung von „Daseins- und Arbeitsvorsorge“ heraus. Sie sei begeistert vom „hohen Kreativitätsniveau und Ideenreichtum“ der Initiatoren.
Die Vorsitzende Martina Warnken von LTN stellt das Zusammenspiel aus Höfen und gesundheitlichen Anbietern heraus, denn daraus seien „präventive und naturnahe Gesundheitsangebote für Touristen und Einheimische entstanden - für Gruppen, Paare oder auch Einzelpersonen - einfach für jeden, der Ruhe und innere Balance sucht.“
 
Einblick ins Programm
 
Aber es wurde nicht nur von Balance gesprochen. Für alle Anwesenden war es möglich, aktiv einen Auszug aus dem weitreichenden Programm der Auszeithöfe zu erleben. Die Klagtherapeutin Elisabeth Dierlich präsentierte die Klänge des Gongs und verweis auf das „Entstehen eines besonderen Bewusstseinszustandes von Sicherheit und Vertrauen“.
Und die Yogalehrerin Miriam Lütjen ließ die Anwesenden die Elemente der Natur wahrnehmen. Letztendlich ging es mit einer Radtour zum nahe gelegenen Herzfeldhof Worpswede, wo eine tiergestützte Therapie mit Alpakas und Pferden präsentiert wurde.
„Die Erkenntnisse aus dem Modellprojekt sollen auf ganz Niedersachsen übertragen werden“, so Vivien Ortmann als Projektleiterin und LTN-Geschäftsführerin. Von den über 200 Höfen des Landesverbandes in Niedersachsen hätten bereits einige progressive Angebote geschaffen und weitere sollen mit Unterstützung bei „Erstellung, Planung und Netzwerkaufbau“ durch die Landtouristik Niedersachsen folgen.


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