

Teufelsmoor. Es ist ein Bild wie aus einer anderen Zeit, wenn am Samstag, 25. April, dutzende braune Segel im Morgendunst gehisst werden und die Geschichte des Kulturlands Teufelsmoor zu neuem Leben erwacht. Die historische Torfkahnarmada begibt sich auf ihre traditionelle Reise von Worpswede nach Bremen. Dieses seltene Ereignis, das nur alle drei Jahre stattfindet, erinnert eindrucksvoll an die einstige lebenswichtige Verbindung zwischen den Moorbauern und der Hansestadt.
Auf den früheren Spuren
Um 8 Uhr legt die Flotte im Hammehafen Neu Helgoland ab und folgt den alten Wasserwegen, auf denen einst der Torf als wichtiges Heizmaterial in die Stadt transportiert wurde. Die Fahrt ist eine Hommage an die harte Arbeit der Moorbauern, deren Existenz vom erfolgreichen verkauf ihrer Fracht und den Launen der Witterung abhing.
Früher konnte eine Fahrt nach Bremen bis zu drei Tage dauern. Wenn der Wind ungünstig stand, musste der Skipper mühsam seine Fracht durch die Kanäle staken oder treideln. Heutzutage sind die detailgetreuen Nachbauten zwar motorisiert, doch die braunen Segel werden immer noch gehisst.
Während eine Mitfahrt auf der Armada selbst nicht möglich ist, sind Zuschauer herzliche eingeladen, das Schauspiel vom Ufer aus zu verfolgen. Die langsam vorbeiziehenden Segel vor der Kulisse der Flusslandschaft bieten einzigartige Fotomotive.
Einlaufen in den Torfhafen
Das Ziel der Armada ist der historische Torfhafen in Bremen-Findorff. Zwischen 1826 und weit ins 20. Jahrhundert hinein war der Torfhafen ein logistisches Zentrum. Die Torfkähne und Geschäfte rund um den Hafen gehörten zur Lebensader Findorffs und prägten das Stadtbild nachhaltig. Bereits ab 15 Uhr verwandelt sich der Torfhafen zu einem lebendigen Treffpunkt mit maritimen Flair und Kulinarik. Die Ankunft der Kähne wird gegen 17 Uhr erwartet und bildet den Höhepunkt des große Festes.
Mehr als ein Schauspiel
Die Rückreise der Flotte erfolgt am Sonntag, 26. April, und erinnert daran, dass die Kähne früher nicht nur Torf lieferten, sondern auch als einziger Zugang der Moorbewohner zu Waren aus der „großen weiten Welt“ wie Salz, Werkzeug oder Zeitungen dienten.
„Die Torfkahnarmada ist für uns weit mehr als ein historisches Schauspiel. Sie steht für die enge Verbindung zwischen dem Kulturland Teufelsmoor und der Stadt Bremen. Gemeinsam mit den Findorffer Geschäftsleuten e. V. schlagen wir bewusst eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart und machen diese Tradition für heutige Generationen erlebbar“, sagt Isabel Neumann, Organisatorin der Torfkahnarmada von der Touristikagentur Teufelsmoor-Worpswede-Unterweser e. V.
Den detaillierten Fahrplan der Armada mit den Durchfahrtszeiten finden Interessierte unter kulturland-teufelsmoor.de. Informationen zum Torfhafenfest gibt es unter findorff.de.




