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Nach 42 Typisierungen war Schluss

Ritterhude (eb/jm). Das DKMS-Team aus Ritterhude um Gerd Holzhauer blickt auf ein trostloses Jahr zurück: Nur 42 Bürger*innen konnten die Ehrenamtlichen typisieren - dann war Schluss wegen Corona.

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Das DKMS-Team um Gerd Holzhauer (rechts) konnte in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie kau Typisierungen durchführen. Die Ehrenatmlichen rufen deshalb dazu auf, die Möglichkeit einer Online-typisierung zu nutzen.  Foto: eb

Das DKMS-Team um Gerd Holzhauer (rechts) konnte in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie kau Typisierungen durchführen. Die Ehrenatmlichen rufen deshalb dazu auf, die Möglichkeit einer Online-typisierung zu nutzen. Foto: eb

„Lediglich im ersten Vierteljahr konnten einige sehr erfolgreiche Aktionen durchgeführt werden“, bedauert Gerdholzhauer und nennt das Waffelbacken im Möbelhaus Meyerhoff und das 27. DKMS Benefiz-Fußballturnier Anfang des Jahres. Spenden habe es dennoch reichlich gegeben, freut sich Holzhauer und bedakt sich bei allen Unterstützer*innen. Bei mehreren Losverkäufen sowie durch Spenden von Privatleuten und Gewerbetreibenden habe man in diesem Jahr 14027 Euro einnehmen können. Mit verantwortlich dafür ist unter anderem auch der ehemalige Bayern-Fußballprofi Thomas Helmer, der zwei Trikots zugunsten der DKMS versteigerte.
 
Online typisieren lassen
 
„Es ist jetzt sehr wichtig, dass sich weiterhin viele Bürger als Stammzellenspender registrieren lassen“, sagt Gerd Holzhauer mit Blick auf die Pandemie. Denn auch wenn sich gerade alles um Corona dreht: „Es erkranken weiterhin jeden Tag etwa 100 Menschen an Leukämie.“ Auch ohne öffentliche Typisierungsaktionen gibt es Möglichkeiten, bei der Bekämpfung der Krankheit zu helfen: Ein Typisierungs-Set kann unter www.dkms.de/de/spender-werden online bestellt werden. „Es kostet nichts. Bitte helfen Sie mit, den Blutkrebs zu besiegen“, ruft Holzhauer auf.
In den 28 Jahren ihres Bestehens hat die DKMS in Ritterhude bisher über 14.000 Bürger*innen typisieren können, 81 davon konnten später einem an Leukämie erkrankten Menschen das Leben retten. In jüngster Vergangenheit war eine Aktion in Vollersode besonders erfolgreich: Dort wurde im vergangenen Jahr ein Spender für den damals Neunjährigen Maurice gesucht - und gefunden. Aus der Typisierungsaktion gingen außerdem zwei weitere Stammzellenspenden hervor. Mirko Gehlken hatte sich in Vollersode typisieren lassen, im Sommer bekam er die Nachricht, dass er als Spender in Frage komme. Für die Stammzellenspende fuhr er nach Köln: „Die Spende ist ohne große Probleme abgelaufen“, berichtet Gehlken. „Die Behandlung in Köln und auch die Versorgung waren einfach hervorragend. Ich würde es jederzeit wieder machen!“
Auch aus Ritterhude gibt es gute Nachrichten: Der 60-jährige Ritterhuder, der im Herbst an Blutkrebs erkrankte, hat ebenfalls einen passenden Spender gefunden und soll noch in diesem Jahr in Kiel gesundes Knochenmark erhalten.
 
Pläne für 2021
 
Wie es für das DKMS-Team aus Ritterhude im nächsten Jahr weitergeht, hängt natürlich vom Verlauf der Corona-Pandemie ab. „Wenn alles gut läuft und die Pandemie nachlässt, wird am 6. Februar das 28. DKMS Benefiz-Fußballturnier in Ritterhude stattfinden“, kündigt Gerd Holzhauer an. Ob man dann vor Ort auch wieder typisieren könne, sei noch offen. Außerdem sei geplant, im kommenden Jahr einen wertvollen WM-Ball mit zahlreichen Autogrammen zu versteigern, verrät Holzhauer. „Unser Team hofft, dass wir in 2021 wieder voll durchstarten können.“


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