Patrick Viol

AfD ist Wahlsieger

Während in Osterholz sowohl die Entscheidung über den neuen Landrat als auch über den Bürgermeister der Kreisstadt erst in einer Stichwahl fällt, kann Michael Hannebacher in Bremervörde weiterregieren. Auffällig ist zudem das starke Abschneiden der AfD.

Landkreis.. Die Kommunalwahl hat die politischen Kräfteverhältnisse in den Landkreisen Osterholz und Rotenburg deutlich verändert. Während in Osterholz sowohl die Entscheidung über den neuen Landrat als auch über den Bürgermeister der Kreisstadt erst in einer Stichwahl fällt, kann Michael Hannebacher in Bremervörde weiterregieren. Auffällig ist zudem das starke Abschneiden der AfD bei den Rats- und Kreistagswahlen.

Bei der Landratswahl im Landkreis Osterholz setzte sich im ersten Wahlgang überraschend der Lilienthaler Bürgermeister Kim Fürwentsches (Grüne) an die Spitze. Er erhielt nach dem vorläufigen Endergebnis 28,5 Prozent der Stimmen. Michael Harjes (SPD) kam mit 26,8 Prozent auf Platz zwei. Beide treten damit am Sonntag, 27. September, in der Stichwahl gegeneinander an. CDU-Kandidat Fabian Albrecht erreichte 20,8 Prozent und verpasste die Stichwahl. Claus Tietjen (Wegbereiter) kam auf 12 Prozent, die parteilose Daniela Buer auf 6,8 Prozent und Imke-Aïta Birmele (Linke) auf 5,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,1 Prozent.

 

Bürgermeisterwahl OHZ

Auch in Osterholz-Scharmbeck muss der künftige Bürgermeister in einer zweiten Runde bestimmt werden. Torsten Haß (SPD) lag mit 36,7 Prozent deutlich vorn, verfehlte aber die notwendige absolute Mehrheit. Sein Gegner in der Stichwahl wird der parteilose Marcus Wiedelmann, der 25,3 Prozent erreichte. Marie Jordan (CDU) kam auf 20,3 Prozent, Detlef Gödicke von der Bürgerfraktion auf 17,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 64,2 Prozent.

Stadtratswahl OHZ

Bei der Stadtratswahl in Osterholz-Scharmbeck bleibt die SPD stärkste Kraft, büßt aber gegenüber 2021 deutlich an Gewicht ein. Sie erreichte 28,3 Prozent, gefolgt von CDU mit 19,8 Prozent und AfD mit 17,5 Prozent. Die Grünen kamen auf 14,3 Prozent, die Bürgerfraktion auf 8,4 Prozent, die Linke auf 6,6 Prozent, die UBIG auf 3,7 Prozent und die FDP auf 1,6 Prozent. Bei 38 zu vergebenden Mandaten entspricht dies rechnerisch elf Sitzen für die SPD, acht für die CDU, sieben für die AfD, fünf für die Grünen, drei für die Bürgerfraktion, zwei für die Linke sowie jeweils einem für UBIG und FDP. 2021 hatte die AfD lediglich einen Sitz im Stadtrat.

Osterholzer Kreistag

Eng ist das Rennen um die stärkste Kraft im Osterholzer Kreistag. Nach Auszählung von 164 der 171 Wahlbezirke lag die CDU am Montagvormittag mit 26,7 Prozent knapp vor der SPD mit 26,2 Prozent. Grüne und AfD lagen mit 15,7 beziehungsweise 15,5 Prozent nahezu gleichauf. Dahinter folgten Linke mit 6,1 Prozent und Bürgerfraktion mit 3,2 Prozent. Nach diesem Zwischenstand würden CDU und SPD jeweils zwölf der 46 Mandate erhalten, Grüne und AfD jeweils sieben. Auf die Linke entfielen drei Sitze; Bürgerfraktion, FDP, UWG Worpswede, BSW und Wegbereiter kämen nach dem derzeitigen Stand jeweils auf ein Mandat. Die endgültige Verteilung kann sich durch die noch ausstehenden Wahlbezirke allerdings noch verschieben.

Bürgermeisterwahl BRV

Klarer fiel die Entscheidung bei der Bürgermeisterwahl in Bremervörde aus. Der parteilose Amtsinhaber Michael Hannebacher lag bereits während der Auszählung mit rund 62 Prozent deutlich vor seinem CDU-Herausforderer Dirk Stelling und überschritt damit die für einen Sieg im ersten Wahlgang notwendige absolute Mehrheit. Hannebacher, der von SPD und Pro Bremervörde unterstützt wurde, bleibt damit Bürgermeister der Stadt.

Stadtratswahl BRV

Bei der Bremervörder Stadtratswahl blieb die CDU trotz deutlicher Verluste stärkste Kraft. Sie erreichte 47,8 Prozent nach 53,7 Prozent im Jahr 2021. Die SPD kam auf 16,2 Prozent, die erstmals deutlich erstarkte AfD auf 14,8 Prozent. Die Grünen erzielten 8,7 Prozent, Pro Bremervörde 7,9 Prozent. Damit verliert die CDU ihre bisherige absolute Mehrheit. Bei 32 Sitzen entfallen nach dem vorläufigen Ergebnis 15 Mandate auf die CDU, jeweils fünf auf SPD und AfD, drei auf die Grünen, drei auf Pro Bremervörde und eines auf die FDP. Die Wahlbeteiligung stieg auf 64,4 Prozent.

Landratswahl ROW

Im Landkreis Rotenburg kann Marco Prietz (CDU) Landrat bleiben. Der Amtsinhaber war ohne Gegenkandidaten angetreten und musste deshalb mehr Ja- als Nein-Stimmen auf sich vereinigen. Nach den vorliegenden Ergebnissen votierte eine deutliche Mehrheit für eine weitere Amtszeit. Prietz wird das Amt damit für weitere acht Jahre ausüben.

Rotenburger Kreistag

Auch im Rotenburger Kreistag bleibt die CDU mit Abstand stärkste Kraft. Nach Auszählung von 240 der 252 Wahlbezirke kam sie am Montagmorgen auf 35,6 Prozent. Die SPD erreichte 21,9 Prozent, die AfD 15,6 Prozent und die Grünen 11,1 Prozent. Linke und WFB lagen bei 4,6 beziehungsweise 4 Prozent, die FDP bei 3,3 Prozent. Rechnerisch ergäbe dieser Zwischenstand bei 54 Mandaten 19 Sitze für die CDU, zwölf für die SPD, acht für die AfD und sechs für die Grünen. Linke, WFB und FDP kämen auf jeweils zwei Sitze, Freie Wähler, BLZG und BSW auf jeweils einen. Auch hier stand das endgültige Ergebnis am Montagvormittag wegen noch fehlender Wahlbezirke noch aus.

AfD ist Gewinner der Wahl

Damit gehört die AfD zu den auffälligsten Gewinnern der Wahl in der Region. Gleichzeitig haben die bisherigen großen Parteien sowohl im Osterholzer als auch im Rotenburger Raum an Stimmenanteilen verloren. Wer künftig an der Spitze des Landkreises Osterholz und des Rathauses in Osterholz-Scharmbeck steht, entscheidet sich endgültig erst bei den Stichwahlen am 27. September.


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