Alfons Volmer

Kreatives Gruppenerlebnis

Landkreis Osterholz. Für den Osterholzer Kunstverein entsteht Kunst nicht nur durch die Hände einsamer Künstler:innen in isolierten Ateliers, sondern auch gemeinsam mit Gleichgesinnten jedes Jahr im Sommeratelier auf Gut Sandbeck. Die Resultate werden nun ausgestellt.
Bilder
53 ausgestellte Bildern und einer Skulptur der insgesamt 23 Freizeitkünstler:innen des Sommerateliers 2022 sind im Kreishaus zu sehen.

53 ausgestellte Bildern und einer Skulptur der insgesamt 23 Freizeitkünstler:innen des Sommerateliers 2022 sind im Kreishaus zu sehen.

Kunst liegt ja bekanntlich in den Augen der Betrachter:innen und die hatten am 8. August bei 53 ausgestellten Bildern und einer Skulptur der insgesamt 23 Freizeitkünstler:innen des Sommerateliers 2022 reichlich zu entdecken.
Hatte der vorausgegangene Ausstellungsbeginn auf Gut Sandbeck dem Kunstverein Osterholz e.V. am 31. Juli bereits ein volles Haus beschert, eröffnete Landrat und Dienstjubilar Bernd Lütjen die zweite Vernissage nun im Foyer des Kreishauses I in Osterholz-Scharmbeck: „Ich freue mich über die Qualität der zahlreichen Werke in unterschiedlichsten Stilrichtungen. Außerdem ist es sehr eindrucksvoll, wie sich die Empfangshalle eines Verwaltungsgebäudes immer wieder aufs Neue verändern und verwandeln kann.“ Beeindruckt sei auch Katrin Schütte, 1. Vorsitzende des Kunstvereins. „Es war eine Freude, die Teilnehmer:innen so motiviert, geschickt und fantasievoll an den mit Malutensilien, Farbpaletten und Leinwänden vollgestellten Arbeitstischen oder auch der Staffelei bei ihrer künstlerischen Betätigung erleben zu dürfen.“
 
Unterschiedlichste Stile
 
Als sie dann die ausgestellten Werke unter dem Applaus der ca. 60 Gäste den fast vollzählig anwesenden Kunstschaffenden zuordnete, wurde sehr deutlich, mit welch unterschiedlichen Malmitteln hier diverse Stilrichtungen zum Ausdruck gebracht worden sind. Unter Einsatz von beispielsweise Bunt- und Bleistiften, Acryl-, Öl- und Pastellfarben sowie auch Holz kamen unter anderem Aspekte des Ex-und Impressionismus und des Real- und Surrealismus bei der Herstellung von Gemälden, Zeichnungen, Collagen und einer mehrfarbigen Holzskulptur von Gerhard Hinz (hat auch die bemalte Panzersperre vor dem Rathaus angefertigt) zum Ausdruck.
 
Spannendes Gruppenerlebnis
 
Alle Teilnehmer:innen waren sich übrigens in einem noch während der aktiven Schaffensphase geführten Gespräch einig, dass die Werkwochen auf dem idyllischen Gut Sandbeck in den großen und lichten Räumen trotz hoher Konzentration auf das frei gewählte Thema ganz besonders dazu geeignet waren, einmal abzuschalten und in freundlicher, lockerer Atmosphäre gemeinsam ein interessantes, spannendes Gruppenerlebnis zu haben, um dann zum Schluß jedoch stolz und zufrieden ein ganz eigenes Werk in den farbverschmierten Händen zu halten. Andreas Pirner, einer der zwei männlichen Teilnehmer, verglich die Woche mit Urlaub in einer nahezu familiären und ungezwungen-kreativen Atmosphäre und Andrea Christiane Spring, die in ihrem Worpsweder Atelier selbst Malkurse gibt, brachte es so auf den Punkt: „Die Malwoche ist ein außergewöhnlich attraktives Angebot des Kunstvereins. Die gemeinsame künstlerische Tätigkeit nebst den konstruktiven Gesprächen mit Gleichgesinnten und Waldemar sowie der damit verbundene berühmte Blick über den Tellerrand haben mir sehr bei der eigenen künstlerischen Weiterentwicklung und Neubewertung meiner Arbeit geholfen.“
 
Sich ausprobieren und austauschen
 
Der erwähnte Kunstpädagoge Waldemar Grazewicz erklärt dazu: „Die Teilnehmer:innen kommen grundsätzlich mit ihren eigenen Ideen zum Sommeratelier und setzen diese dann in der Praxis um. Einige haben bereits Erfahrung und wollen neue Techniken ausprobieren, für die meisten ist es jedoch künstlerischer Erstkontakt, was gerade den experimentellen Charakter dieser sehr effektiven Ateliertage natürlich noch mehr hervorhebt und ihnen eine ganz besondere positive Spannung verleiht.“
Spannend werde es auch dann, wenn Maler:innen beispielsweise versuchen, ihr eigentlich schon fertiges Bild immer noch weiter zu verbessern. Auch Größen wie Rembrandt, Vermeeer oder van Gogh waren vor diesen Pentimenten - sogenannten Reuestrichen - nicht gefeit.
Beim Malen geht es halt auch darum, im richitgen Moment den Pinsel aus der Hand zu legen.
Ob die Pinsel von den Teilnehmer:innen des Sommerateliers zum richtigen Zeitpunkt aus der Hand gelegt wurden, dass kann am besten jede:r für sich selbst entscheiden.
Die Ausstellung auf Gut Sandbeck läuft noch bis zum 28. August, für die im Kreishaus I wurde noch kein Endtermin bekannt gegeben. Anmeldungen für das Sommeratelier 2023 sind jederzeit unter www.kunstverein-osterholz.de möglich, die Plätze aber erfahrungsgemäß schnell ausgebucht.


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