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Starkregen führt zu Überschwemmungen in Hambergen

Hambergen (mf). Am vergangenen Freitag kam es in Hambergen, verursacht durch Gewitter am späten Nachmittag, zu überspülten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Auch ein Geschäft in der Hauptstraße war betroffen.

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Zum zweiten Mal in diesem Jahr kam es in Hambergen nach Starkregen zu Überschwemmungen. Die Feuerwehr war mit 61 Kamerad:innen im Einsatz. Foto: mf

Zum zweiten Mal in diesem Jahr kam es in Hambergen nach Starkregen zu Überschwemmungen. Die Feuerwehr war mit 61 Kamerad:innen im Einsatz. Foto: mf

Bereits das zweite Mal in diesem Jahr musste die Feuerwehr ausrücken, um Wasserschäden im Ortsgebiet zu beheben. Vor allem im Bereich der Hauptstraße, dem Langenend und dem Dornbusch mussten Keller und Grundstücke vom Wasser befreit werden, mehrere Stunden waren die Einsatzkräfte dafür im Einsatz. Insgesamt 61 Feuerwehrleute aus allen Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde waren am Einsatz beteiligt, außerdem wurde der sogenannte „Einsatzleitung Ort“-Alarm ausgelöst, wodurch die Einsätze nicht von der Leitstelle in Bremerhaven, sondern im lokalen Feuerwehrhaus koordiniert werden konnten.
 
Geschäft muss vorerst schließen
 
„Jennys Zauberwald“, ein Geschäft im Ortskern, war besonders betroffen. „Wir haben mit Hilfe der Feuerwehr und anderer freiwilliger Helfer bis weit nach Mitternacht das Wasser aus dem Laden entfernt, um auch am Folgetag die Postversorgung sicher stellen zu können,“ erzählt Jennifer Rieser, Inhaberin des Geschäfts, in dem auch die örtliche Postfiliale zu finden ist. Nicht nur der Keller, sondern auch der Laden wurden unterspült, Boden, Einrichtung und Teile der Ware müssen erneuert werden. In den kommenden Wochen wird das Geschäft deswegen für einige Zeit schließen müssen, so Rieser. Auch die Post kann dann vorübergehend nicht mehr aufgesucht werden.
Seit 2013, damals wurden auch zahlreiche Wohnhäuser überflutet, hat Hambergen immer wieder ein Problem mit den Wassermassen, die sich durch Starkregenereignisse im Ort sammeln. Seitdem hat sich jedoch einiges getan: Die Gemeinde begann, größere Rohre unter der Hauptstraße zu legen und baute zwei große Regenrückhaltebecken, eines vor der Feuerwehr, das andere in der Schulstraße, um das Wasser besser auffangen zu können. Dass dieses System trotz des Wassers auf der Straße funktioniert, zeigt der vergangene Freitag: Beide Becken waren bis zum Rand gefüllt, Bürgermeister Gerd Brauns sprach von zusammen knapp 1,6 Millionen Litern Volumen, die in die Becken passen.
 
Vorkehrugen reichten nicht aus
 
Dass Vorkehrungen wie diese nicht ausreichen, um die Wassermassen zu bewältigen, hängt mit der geografischen Lage des Ortskerns zusammen. Er liegt in einer Senke, muss also nicht nur das Wasser auffangen, das direkt auf den Ortskern regnet, sondern bekommt auch jenes ab, das Minuten später von den Feldern fließt. Selbst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist darauf hin, dass generell kaum etwas gegen Starkregenereignisse getan werden kann: „Hoffnungslos überfordert zeigt sich bei Extremniederschlägen in der Regel auch die Kanalisation. Ein Versäumnis bezüglich der Dimensionierung der Kanalrohre besteht dabei übrigens nicht. Zu groß wäre bei einer an Starkregenereignisse angepassten Kanalisation die finanzielle Belastung für die Bürger.“
Trotzdem soll in Zukunft weiter gehandelt werden, auch, wenn Überflutungen nicht gänzlich verhindert werden können. Die Devise: Der Schaden soll soweit es geht minimiert werden. Unter anderem ist ein Entlastungskanal in Planung, hier ist aber noch kein genauer Verlauf bekannt. Auch ein Rückhaltebecken am Streekgraben, der vor allem die Ortsmitte entwässert und teilweise verrohrt im Ortskern verläuft, ist angedacht. Da trotz aller aktuellen und zukünftigen Maßnahmen weiter Wasser in den Ort fließen wird, rät Bürgermeister Gerd Brauns dazu, auch selbst Vorkehrungen zu treffen, so könne zum Beispiel eine Schwelle vor der Grundstückseinfahrt schon viel Wasser abhalten.


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