

Osterholz-Scharmbeck. Mit dem ersten Richtfest im Neubaugebiet Windhornsfeld ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Am Freitag feierte die Familie Wendelken das erste fertige Dach im Quartier. Damit beginnt sichtbar die Entwicklung eines Wohngebiets, das bei der Energieversorgung neue Akzente setzt.
Geplant sind 29 Einfamilienhäuser sowie drei Mehrfamilienhäuser. Sie alle werden über ein kaltes Nahwärmenetz versorgt – ein System, das Effizienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit verbinden soll.
Effizient, leise, klimafreundlich
Jedes Gebäude erhält eine eigene Wärmepumpe. Planung, Einbau, Wartung und mögliche Reparaturen übernehmen die Osterholzer Stadtwerke für mindestens 30 Jahre. Technisch ist die Versorgung über das Netz für bis zu weitere 70 Jahre möglich. Für die Eigentümer bedeutet das: kein eigener technischer Aufwand und kalkulierbare Kosten. Abgerechnet wird über einen Grundpreis plus die tatsächlich bezogene Wärme.
Das gesamte Quartier ist über ein kaltes Wärmenetz verbunden. Die Netztemperatur liegt unter zehn Grad Celsius. Bereits fünf bis zehn Grad reichen aus, um mit den Wärmepumpen effizient die gewünschte Raumtemperatur zu erzeugen – deutlich günstiger als der Betrieb über Außenluft im Winter.
Heizen im Winter, Kühlen im Sommer
„Doch die Anlage kann weit mehr als nur heizen“, erklärt Lorenz Schlütter von den Osterholzer Stadtwerken. „Die benötigte Umweltwärme stammt aus 36 Erdbohrungen unter dem Baugebiet – jeweils 140 Meter tief. Im Sommer lässt sich das System sogar zur Kühlung der Häuser nutzen. Die überschüssige Wärme wird dabei zurück in den Boden geleitet und steht in der kalten Jahreszeit erneut zur Verfügung.“
„Diese Kühlfunktion ist für alle Bewohner im Grundpreis enthalten“, betont Benjamin Buchholz von den Osterholzer Stadtwerken. „Das bedeutet echten Komfortgewinn.“
Bezahlbar und übertragbar
Für die Osterholzer Stadtwerke hat das Windhornsfeld Modellcharakter. Die technischen und wirtschaftlichen Erfahrungen fließen in die Planung weiterer Quartiere im Landkreis Osterholz ein. „Auch die realisierbaren Preise ermöglichen eine Preisgestaltung, die eine verlässlich bezahlbare Wärmeversorgung im Vergleich zu anderen Energieträgern ermöglicht“, sagt Geschäftsführer Christian Meyer-Hammerström.
Info: Kalte Nahwärmenetze gelten insbesondere für Neubaugebiete als vorteilhaft. Sie verursachen nur geringe Wärmeverluste, sind wartungsarm und günstiger im Bau als klassische Hochtemperaturnetze.

