Janine Girth

Widerstand gegen Erdgasförderung - Bürgerinitiative NoMoorGas sprach über Risiken und Hintergründe

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Vergangene Woche fand eine Infoveranstaltung der BI NoMoorGas auch im Borgfelder Landhaus statt. Mehr als 150 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Foto: mr

Vergangene Woche fand eine Infoveranstaltung der BI NoMoorGas auch im Borgfelder Landhaus statt. Mehr als 150 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Foto: mr

Lilienthal. Die DEA hat ihren Antrag auf seismische Messungen zur Erdgasförderung in unserer Region vorerst zurückgezogen. Doch die Erdgas-Debatte geht weiter und formiert sich zunehmend für die Zukunft, denn die in Deutschland jährlich geförderte Erdgasmenge von 10 Milliarden Kubikmetern, stammen zu 97 Prozent aus Niedersachsen. Die Erdgas- und Erdölprobebohrungen auch hier im Landkreis gehen also weiter.
„Wir machen weiter“, betont Meike Artmann von der Bürgerinitiative (BI) NoMoorGas während eines Infoabends im Borgfelder Landhaus, denn das Fracking birgt Risiken für Mensch und Umwelt. Bereits im Jahre 1980 als auch im Jahre 2004 wurde auch in Lilienthal an zwei Stellen nach Erdgasvorkommen gebohrt. Dies soll sich nicht wiederholen. Deshalb formiert die Bürgerinitiative NoMoorGas ihren Protest, informiert die Bürgerinnen und Bürger, sammelt Unterschriften und versucht durch ihre zahlreichen Aktionen die Ausweitung der Förderaktivitäten in unserer Region zu verhindern.
Lagerstättenwasser, das im Untergrund natürlicherweise vorkommt, gelangt mit dem Frackwasser nach oben. Dieses kann wiederum radioaktive Stoffe, Schwermetalle und giftige Kohlenwasserstoffe enthalten. Zur potenziellen Gefährdung des Grund- und Trinkwassers durch das Fracking kann die Gefahr von Erdbeben steigen, ein hoher Wasserverbrauch hinzukommen und es kann durch die Bohrungen und Schwertransporter zu einer hohen Lärmbelästigung kommen. Große Mengen an Abwasser und Bohrschlamm müssen mit Gefahrguttransportern teils über weite Strecken entsorgt werden. Aus diesem Grund sei es laut Renate Maaß von der BI „Kein Fracking in der Heide“ wichtig zu erfahren, was zukünftig geplant werde. Wenn weiter nach Erdgas gesucht wird, wo wird dann der Betriebsplatz und wie groß wird die Fläche sein? Wo bleibt das Oberflächenwasser des Platzes? Wo würden Gas- und Lagerstättenwasserleitungen verlaufen? Wo würde das anfallende Lagerstättenwasser bleiben, das in keine Kläranlage dürfe? Wo entlang würden die schweren Gefahrguttransporter fahren, die das Wasser abfahren? Und wo würde die Notfackel stehen, die das Erdgas abbrennt? Fragen über Fragen, auf die jeder einzelne Bürger und jede Bürgerin qualifizierte und nachprüfbare Antworten erwarten.
§11 Nr. 10 des Bundesberggesetzes regelt, dass die Aufsuchung oder Gewinnung eines Rohstoffes dem Antragsteller zu versagen ist, wenn „überwiegend öffentliche Interessen die Aufsuchung im gesamten zuzuteilenden Feld ausschließen“. Deswegen braucht die Bürgerinitiative NoMoorGas einen breiten Aktivismus, betonte Renate Maaß und Anja Büssenschütt von der BI. An einem Sonderstand bot die Initiative im Borgfelder Landhaus an einem Stand das bekannte rote X zum Aufstellen an Grundstücken und Flächen an, das den Landkreis seit Monaten sichtbar erreicht hat.
Auswirkungen unklar
Die Auswirkungen der Erdgasförderung auf die Gesundheit der Menschen sind bis heute nicht geklärt. Eine aktuelle Studie des Sozialministeriums bestätigte eine erhöhte Krebsrate in der Nähe von Erdgasförderstätten im Kreis Rotenburg. Auch hier appellierten Vertreterinnen und Vertreter der BI NoMoorGas daran, die Risiken nicht wegzudiskutieren. In ihrem Flyer stellen sie die berechtigte Frage nach der Haftungsverantwortung derjenigen Unternehmen, „für eventuell auftretende Schäden bei unseren nächsten Generationen“.


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