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Amelie Nobel

Wenn, dann freiwillig

Der Bundesjugendverband kritisiert an der Wehrdienstdebatte vor allem, dass die Jugend selbst so wenig an ihr beteiligt wird. Amelie Nobel hat deswegen Jugendliche zum Thema befragt.
Aus der Schule in die Bundeswehr? Viele viele keine Option.

Aus der Schule in die Bundeswehr? Viele viele keine Option.

Bild: An

Lilienthal. Verteidigungsminister Boris Pistorius rechnet damit, dass durch sein neues Wehrpflichtmodell jedes Jahr zusätzlich 5.000 Soldaten der Bundeswehr zu Verfügung stehen. Pistorius geht davon aus, dass ein Viertel der etwa 400.000 jungen Männer, die jedes Jahr in Deutschland 18 werden, Interesse habe, zur Bundeswehr zu gehen. Wir haben nachgefragt: Was denken junge Menschen über das vorgeschlagene Wehrdienstmodell und ob sie zur Bundeswehr gehen würden?

Besser als Wehrpflicht

Der achtzehnjährige Maurice findet die Grundidee gut. Das auf Freiwilligkeit setzende Modell sei auf jeden Fall besser als eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Politik habe einen guten Mittelsatz gefunden, findet Maurice. Die Frage, ob er selbst zur Bundeswehr gehen würde, verneint er aber. Aufgrund der politischen Lage komme das für ihn nicht in Frage.

Lara ist ebenfalls 18 Jahre alt und hat schon mit dem Gedanken gespielt, zur Bundeswehr zu gehen, um Tiermedizin zu studieren. Die Konditionen haben der Schülerin aber nicht zugesagt. Maurice und Lara schätzen das Interesse an der Bundeswehr in ihrer Altersgruppe aber hoch ein. Sie gehen sogar davon aus, dass es mehr als die von Pistorius geschätzten 5.000 jungen Menschen sein könnten.

Leon und Malte zum Beispiel könnten sich vorstellen, zur Bundeswehr zu gehen, freiwillig. „Ich finde es gut, dass es weiterhin die Wahl gibt, ob man zur Bundeswahl geht“, sagt Leon. Die Freiwilligkeit, das wird bei allen Befragten deutlich, ist sehr wichtig.

Verteidigung reine Männersache?

Der Plan von Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht nur junge Männer vor verpflichtet zu werden, in einem Fragebogen Auskunft über ihre Bereitschaft und Fähigkeit zum Dienst zu geben. Bei Auswahl sollen sie sich einer Musterung stellen. Die Schülerinnen Celina und Airi finden es nicht gut, dass nur Männer verpflichtet werden sollen, einen Fragebogen auszufüllen. Dass hier ein Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gemacht wird, findet die sechzehnjährige Celina nicht gut. Sich vorstellen zur Bundeswehr zu gehen, das könnten Airi und Celina aber nicht. Die sechszehnjährige Airi habe sich noch nie für die Bundeswehr interessiert. „Ich stelle mir andere Dinge für meine Zukunft vor“, stimmt Celina ihr zu. Auch der siebzehnjährige Malte findet, dass zwischen den Geschlechtern kein Unterschied gemacht werden sollte.

Zusammengefasst: Dass Pistorius beim Wehrdienst weiterhin auf Freiwilligkeit setzen will, finden Junge Menschen gut. Ob sie deshalb zum Bund gehen, ist eine andere Frage, die viele mit Nein beantworten. „Durchmischter könnte unsere Altersgruppe bei der Frage, ob man zur Bundeswehr gehen möchte, wohl nicht sein“, so Leon.


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