

Sandbostel. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die während der NS-Herrschaft Verfolgung, Zwangsarbeit, Lagerhaft oder andere Formen nationalsozialistischer Gewalt erlebt haben. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 sind sie erneut mit Krieg, Luftalarm, Zerstörung und in manchen Regionen auch mit Besatzung konfrontiert.
Der Krieg trifft diese hochbetagte und besonders verletzliche Gruppe hart. Viele der Überlebenden erleben nun zum zweiten Mal in ihrem Leben eine existenzielle Bedrohung durch Krieg und Gewalt. Traumatische Erinnerungen werden wach, der Alltag ist von Unsicherheit, Sorge und Abhängigkeit von Hilfe geprägt.
Der Fotograf Kostjantyn Tschernitschkin aus Kyjiw hat einige dieser Menschen in den Jahren 2024 und 2025 im Auftrag des Hilfsnetzwerks für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine besucht und porträtiert. Seine Aufnahmen entstanden unter anderem in frontnahen Gebieten wie Odessa und Mykolajiw sowie in Sdolbuniw im Westen der Ukraine.
Die Ausstellung zeigt den Alltag der Überlebenden, ihre Erinnerungen und die Dinge, die am Ende ihres Lebens für sie Bedeutung haben. Zugleich macht sie die Arbeit der ukrainischen Unterstützerinnen und Unterstützer sichtbar, die die alten Menschen mit lebenswichtigen Gütern versorgen, ihnen Aufmerksamkeit schenken und ihre Sorgen und Erinnerungen teilen.
„Vielleicht erlebe ich den Frieden noch“ zeichnet die Situation der Überlebenden während des russischen Angriffskriegs nach und lässt sie mit ihren Befürchtungen und Hoffnungen zu Wort kommen. Die Ausstellung ist bis Mittwoch, 26. August, in der Gedenkstätte Lager Sandbostel zu sehen.

