Viols Einsatz: Steinmeiers Unlehre
Dass Bundespräsident Steinmeier in seiner für ihn typischen, Denken inszenierenden statt vollziehenden Art gehaltenen Rede im Auswärtigen Amt den Krieg gegen den Iran als völkerrechtswidrig bezeichnet, aber kein kritisches Wort über das massenmörderische Holocaustleugnerregime der Mullahs verliert, stattdessen aber die Achtung und Einhaltung des gegen staatliche und terroristische Verbrechen ohnmächtigen Völkerrechts als Lehre aus dem Nationalsozialismus darstellt, während diese im Gegenteil liegt – nämlich darin, Handeln, Denken und Verhältnisse so einzurichten, dass Menschen ihrer Ausbeutung und Erniedrigung zum Trotz sich zu autonomen Individuen entwickeln, statt sich zum völkischen Judenmordkollektiv zusammenzurotten, worunter mitnichten die Selbstbestimmung der Völker fällt, sondern die Kritik des Volkes als jenes den antisemitischen Vernichtungswahn in Gang setzende Ideologem – und die ihm Einhalt gebietende historische Gründung wie militärische Verteidigung Israels –, erweist Steinmeiers formelhafte, von einem vor der Berührung mit der Geschichte wie der Realität abgeschirmten und daher verhärteten und autoritären Bewusstsein zeugende Lehre aus dem NS nicht nur als unverfrorene Instrumentalisierung des Holocausts zur Legitimierung seines eigenen Zutuns zur jahrelangen politischen und ökonomischen Stabilisierung der Herrschaft der Vernichtungsantizionisten in Teheran, sondern als ein Erinnern, das nicht nur vergessen macht, was der Holocaust war, sondern eine Ideologie verbreitet, derer es zu seiner Wiederholung bedarf.
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Die Kolumne versteht sich über ihren Inhalt hinaus als einen konstruktiven Beitrag zum Erhalt und Verständnis deutscher Sprache, die mehr ist als ein Kommunikationsmedium von Informationen. Sie ist wesentlich Ausdrucksform und Medium der Erkenntnis. Die Regression der Sprache auf eine Kette von Hauptsätzen, wie sie heute von taz bis tiktok statthatt, ist auch eine des Bewusstseins, die empfänglich macht für Populismus. Jenem einen Cestoda lingua einzusetzen, der - im Gegensatz zum Bandwurm im Darm - seinen Wirt stärkt, damit der Populismus keinen Nährboden findet, ist das Anliegen dieser Kolumne.

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