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Videokonferenz mit Stephan Weil

Schwanewede (mf). Eigentlich wollte der Ministerpräsident persönlich nach Schwanewede kommen, um Christina Jantz-Herrmann (SPD) bei ihrem Wahlkampf zu unterstützen. Aufgrund der sich wieder zuspitzenden Lage in der Corona-Pandemie hat die Veranstaltung mit Stephan Weil nun aber online stattgefunden. Neben der Wahl waren vor allem Hilfen für Vereine und Unternehmen Thema.
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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sprach per Videokonferenz mit Gewerbetreibenden und Vereinsmitgliedern aus Schwanewede. Foto: Niedersächsische Staatskanzlei/Philipp von Ditfurth

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sprach per Videokonferenz mit Gewerbetreibenden und Vereinsmitgliedern aus Schwanewede. Foto: Niedersächsische Staatskanzlei/Philipp von Ditfurth

Foto: Patrick Viol

„Ich freue mich, dass sich ein hochrangiger Politiker Niedersachsens mit Schwanewede beschäftigt,“ beginnt Harald Stehnken, der amtierende Bürgermeister der Gemeinde, die Videokonferenz. Er wird bei der nächsten Wahl nicht wieder antreten, dafür aber Christina Jantz-Herrmann, für die Stephan Weil sogleich auch ein gutes Wort einlegt. Sie kenne sich aufgrund ihres Berufes mit Verwaltung aus und habe außerdem aus ihrer Zeit im Bundestag politische Erfahrung, und beides sei für den Beruf des Bürgermeisters essenziell.
Auf Fragen, wie Kulturschaffenden, Selbstständigen und Angestellten in der Veranstaltungsbranche geholfen werden soll, findet Stephan Weil spontan keine zufriedenstellende Antwort. „2020 ist ein rabenschwarzes Jahr, auch wirtschaftlich“, stellt er fest und ist der Meinung, dass eindeutig noch mehr getan werden müsse, um Betroffenen zu helfen. Weil betont aber auch, dass es bis jetzt noch keine ausreichende Lösung gebe, man hoffe auf Einsichten, die man nach dem zweiten Lockdown gewinnen möchte. Es sei weiterhin ein großes Problem, dass Solo-Selbstständige nicht Teil der Sozialsysteme sind, langfristig könne man sich aber das Ziel setzen, sie zu integrieren.
Viele Vereine der Gemeinde haben ebenfalls große Sorgen, wie es finanziell, aber auch im Vereinsleben generell während und nach der Pandemie weitergehen soll. Der FC Hansa Schwanewede müsse zum Beispiel nicht nur mit großen Einnahmeausfällen aufgrund von fehlenden Zuschauern kämpfen, sondern auch sein Vereinsheim schließen lassen. Dass das Vereinsleben nicht mehr wie gewohnt stattfinden kann, sieht auch Dennis Bokelmann, Vorsitzender des TV Schwanewede, kritisch. Der Verein habe aber Wege gefunden, über andere Wege die Gemeinschaft aufrecht zu erhalten: Tägliche Social-Media Posts, ein eigener Podcast und ein Hashtag, über den man den Verein immer wieder findet, sind nur einige Beispiele.
Doch nicht nur die interne Arbeit der Vereine wird schwierig, auch deren Engagement für die Gesellschaft wird erschwert. Die Ortsgruppe des DLRG klagt über drei ausgefallene Kurszyklen, in denen kein Kind schwimmen lernen konnte. Dies sei auch fatal, weil so Einnahmen fehlen und eventuell Schwimmbadmieten bei noch längeren Ausfällen nicht mehr bezahlt werden könnten. Gerade beim DLRG sei es sehr schwierig gewesen, über den Lockdown Kontakt zu den jugendlichen Mitgliedern zu halten. Der RV Vorwärts Neuenkirchen, welcher zu den erfolgreichsten Kunstradvereinen Deutschlands gehört, fordert mehr Raum und Zeit für Trainingseinheiten, aber auch Wettkämpfe. Auch den Handballern des HSG würde ein größeres Sportzentrum, dass eventuell auf dem alten Kasernengelände entstehen könnte, entgegenkommen. Christina Jantz-Herrmann lobt abschließend alle Vereine: „Es ist deutlich geworden, welch großer ehrenamtlicher Beitrag in Schwanewede geleistet wird und wie wichtig das Vereinsleben ist.“


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