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„Unsere Antwort ist Technologie“: FAUN stellt Wirtschaftsminister Wasserstofffahrzeug vor

Heilshorn (mf). Ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2030 möchte FAUN keine Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren mehr produzieren. Stattdessen setzt das Unternehmen auf den neuentwickelten Fahrzeugtypen „Bluepower“ mit Wasserstoffantrieb. Nun wurde der neue Antrieb auch dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann vorgestellt.
Wirtschaftsminister Bernd  Althusmann (Vierter von links) ist überzeugt, dass FAUN eine große Rolle in Niedersachsens Wasserstoffstrategie spielen wird. Foto: mf

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (Vierter von links) ist überzeugt, dass FAUN eine große Rolle in Niedersachsens Wasserstoffstrategie spielen wird. Foto: mf

Typischen Berechnungen zufolge verbrauche ein herkömmliches Müllfahrzeug bei seiner täglichen Arbeit 60 bis 80 Liter Diesel, auch auf Kehrmaschinen seien diese Zahlen weitestgehend zutreffend, so Georg Sonderkühler, Leiter der Entwicklung der neuen Fahrzeuge bei FAUN. Neben der offensichtlichen Belastung für das Klima sei ein solcher Verbrauch aufgrund der steigenden CO2-Preise langfristig auch nicht wirtschaftlich sinnvoll.
 
Bis zu 250 Kilometer Reichweite
 
Hier soll der Wasserstoffantrieb Abhilfe leisten: Er sei nicht nur wesentlich klimafreundlicher, er werde auch gefördert und ist preislich stabil, weswegen er trotz eines zweifachen Preises verglichen mit herkömmlichen Antrieben bei der Erstanschaffung langfristig finanziell punkten könne. Ein weiterer Pluspunkt der Fahrzeuge sei die Anpassbarkeit der Ausstattung. Vor dem Kauf werden im geplanten Einsatzgebiet Daten gesammelt, die dann eine Anpassung der Ausrüstung ermöglichen. Laufzeiten zwischen 50 und 250 Kilometern können durch die individuelle Anzahl von Brennstoffzellen zur Energieerzeugung und Wasserstofftanks zur Speicherung des Gases je nach Bedarf flexibel erreicht werden.
Bedenken, die im Zusammenhang mit Wasserstoffantrieben verbreitet sind, kann Sonderkühler ausschließen. Es stimme zwar, dass Wasserstoff im Kontakt mit der Luft explosiv ist, dafür brauche es aber eine Konzentration, die im Normalfall nie erreicht werde, aufgrund des Brennverhaltens von Wasserstoff sei ein solcher Antrieb sogar sehr viel sicherer als herkömmliche Antriebe mit Benzin, Diesel oder Erdgas. Auch die begrenzte Reichweite sei kein Problem, inzwischen gebe es über 100 Wasserstofftankstellen in Deutschland, die durchschnittliche Entfernung betrage momentan nur 90 Kilometer. Außerdem kämen ständig neue Tankstellen hinzu und auch mobile Lösungen seien eine Option, diese benötigen allerdings wesentlich länger, um ein Fahrzeug komplett zu betanken.
 
„Wasserstoff-Champion in Niedersachsen“
 
Inzwischen wurden über 20 „Bluepower“-Fahrzeuge ausgeliefert, unter anderem nach Aachen, Wuppertal, Recklinghausen und Berlin. Auch der 2019 fertiggestellte Prototyp hat einen festen Einsatzplatz in der Schweiz. Wirtschaftsminister Althusmann freut sich über die Fortschrittlichkeit des Projekts: „Ich bin optimistisch, dass wir einen Wasserstoff-Champion mitten in Niedersachsen haben.“ FAUN habe sich schon länger deutschland- und europaweit einen Namen gemacht und könne diesen nun weiter ausbauen.
Mit der neuen Fahrzeugreihe könne FAUN nun auch in der Wasserstoffstrategie von Niedersachsen punkten, so der Minister. In dieser Hinsicht sei das Bundesland generell gut aufgestellt: Neben FAUN, die mit ihrer Herstellung von Müllfahrzeugen, Kehrmaschinen und in Zukunft auch anderen Nutzfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb in die Serienproduktion gehen wollen, gibt es auch den weltweit ersten durch Wasserstoff betriebenen Zug im Elbe-Weser-Dreieck, der seit 2018 die Strecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude bedient und so eine Diesellok ersetzt.


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