Harry Czarnik

Stadtverkehr für Alle - Diskussion um Istzustand und steigende Anforderungen

Osterholz-Scharmbeck. Zum Thema Verkehrsentwicklungsplan (VEP) in Osterholz-Scharmbeck fand am vergangenen Montagabend im Ratssaal der Stadt eine Bürgerbeteiligung statt. Die Entscheidungsträger sammeln derzeit Ideen zu Mobilitätsbedürfnissen im Straßenverkehr, um den VEP im Sinne der Verkehrsteilnehmer zu aktualisieren.
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Bürgermeister Torsten Rohde begrüßte die Anwesenden im Ratssaal zum Brainstorming in Sachen Verkehrsentwicklungsplan.  Foto: hc

Bürgermeister Torsten Rohde begrüßte die Anwesenden im Ratssaal zum Brainstorming in Sachen Verkehrsentwicklungsplan. Foto: hc

Mit gut 50 Gästen war der Ratssaal bei der ersten Bürgerbeteiligungsrunde zum VEP nur mäßig gefüllt. Unter den Besuchern waren neben Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) auch Mitglieder des Seniorenbeirats, des Stadtrates und der Polizei. „Kinder wollen sicher zur Schule gehen, und Pendler möglichst ohne Stau zur Arbeit fahren“, stellte Bürgermeister Torsten Rohde bei seiner Begrüßung fest. Der gesamte Stadtverkehr habe zugenommen, und die unterschiedlichen Verkehrsformen und -arten müsse man unter einen Hut bekommen. „Mit dieser Veranstaltung wollen wir die Schwarm-Intelligenz nutzen, um Verbesserungen zu erreichen,“ gab er das eigentliche Ziel der Veranstaltung vor.
 
Wachsender Anspruch
Diplomingenieur Heinz Mazur vom Hannoveraner Planungsbüro „PGT Umwelt und Verkehr GmbH“ erläuterte anschließend den Istzustand der Verkehrswegsituation in Osterholz-Scharmbeck und nahm auch eine Bewertung vor. „Wir haben einen wachsenden Anspruch an das Verkehrsnetz“, stellte er fest, und der sei bei den Verkehrsteilnehmern naturgemäß recht unterschiedlich. Während die Autos 58 Prozent des Straßenraumes verbrauchen, ist der Anteil von drei Prozent bei den Fahrrädern vergleichsweise gering, und der Anteil der Fußgänger liegt noch darunter. Nun stellt sich die Situation in Osterholz-Scharmbeck mit relativ breiten Fußwegen für die Fußgänger recht komfortabel dar, aber für die fahrenden Verkehrsteilnehmer bleibt bei einem verhältnismäßig schmalen Straßenraum eher weniger Platz. Und auch mehr Radverkehr bedeutet nicht automatisch weniger Autoverkehr, gab der Verkehrsplaner zu bedenken. An einer optimalen Straßenbreite von acht Metern fehlen hier einfach zwei Meter, sodass der Handlungsspielraum für eine optimierte Verkehrsplanung im wahrsten Sinne des Wortes begrenzt ist.
 
Ideale Pendlergemeinde
Verkehrszählungen ergaben außerdem, dass täglich über 5.000 Pendler in Richtung Bremen, und über 1.100 Pendler aus Richtung Bremen nach Osterholz-Scharmbeck unterwegs sind. Die Verkehrsspitzen wurden in der Zeit von 7 bis 8 Uhr gemessen. Trotzdem bewertet Mazur in seinem Vortrag das Verkehrsaufkommen in OHZ noch als moderat und sieht in der Stadt mit ihrem Bahnhof eine ideale Pendlergemeinde.
Nach einer Stunde Experten-Vortrag wurde es dann für die Besucher/innen ernst. Jeder war gefragt, seine persönlichen Anregungen und Kritik an der Verkehrsplanung in Osterholz-Scharmbeck an den aufgestellten Flipcharts zu dokumentieren. Schließlich sollen jetzt die Weichen für die Verkehrsplanung bis in das Jahr 2040 gestellt werden, wie Mazur vom Planungsbüro PGT betonte.


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