Sabine Kahrs

Stadtansichten im Kreishaus

Osterholz-Scharmbeck steckt voller Motive, die im Alltag oft übersehen werden. Eine neue Fotoausstellung im Kreishaus rückt genau diese Besonderheiten in den Mittelpunkt.
Im Kreishaus zeigen die Fotokünstler nun ihren Blick auf O-Beck City. Anwesende der Fotogruppe zur Ausstellungseröffnung (von links): Klaus Rex, Rudolf Kretschmann, Annette Hahlbeck, Volker Hahlbeck und Alexander Kopp.

Im Kreishaus zeigen die Fotokünstler nun ihren Blick auf O-Beck City. Anwesende der Fotogruppe zur Ausstellungseröffnung (von links): Klaus Rex, Rudolf Kretschmann, Annette Hahlbeck, Volker Hahlbeck und Alexander Kopp.

Bild: Ska

Osterholz-Scharmbeck. „O-Beck City. Stadtansichten“ titelt eine Ausstellung der Fotogruppe 16, Worpswede, die noch bis zum 9. Oktober das Foyer im Kreishaus I bereichert. Die gerahmten Fotoarbeiten der Gruppe, die bereits seit zehn Jahren existiert, laden dazu ein, den Blick für Osterholz-Scharmbeck zu schärfen. Wie Landrat Bernd Lütjen während der Ausstellungseröffnung im Kreishaus feststellte, zeigen die Fotografien „Motive, die man eigentlich kennt.“ Mit der Sichtweise der Fotokünstler durch das Objektiv erscheinen die bekannten Motive jedoch noch einmal neu. „Bemerkenswert“, urteilte der Landrat. Mal zeigen die Aufnahmen ganze Gebäude oder bekannte Orte, wie das Rathaus oder den Marktplatz. Nicht selten sind es aber die kleinen Details, die verblüffen und an denen Menschen im Alltag schnell und unachtsam vorbeigehen oder eilen. Die Verzierungen am Gut Sandbeck, das kleine runde Fenster an der Klosterkirche St. Marien, die Wandmalereien über der Kinovorschau des Central Theaters, der grüne Bewuchs zwischen zwei Häusern. Volker Hahlbeck wies während der Ausstellungseröffnung auf die Luftaufnahmen im Treppenhaus des Kreishauses hin, die zeigten, wie grün Osterholz-Scharmbeck ist.

Hahlbeck schärfte ebenfalls den Blick dafür, dass die Stadt auch Ecken hat, die nicht so schön sind und unter Wert verwahrlosten, wie beispielsweise der Bahnhof. Diesen nahm Annette Hahlbeck aufs Korn und nannte ihre Fotografie „Licht und Schatten am Gleis“.

Die Spuren des Künstlers Heinrich Vogeler rücken das KUZ (Kulturzentrum Kleinbahnhof) in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die blauen Tapeten, der imposante Kachelofen. Klaus Rey drückte auch auf den Auslöser, wenn er dort durch das Fenster schaute, wo das historische Interieur Vogelers mit einem Tischkicker, den es zu Vogelers Zeiten wahrscheinlich noch nicht gab, korrespondiert.

Rudolf Kretschmann konzentrierte sich mit seinen Fotos auf Innenräume, indem er eine stadtbekannte Schuh- und Reparaturwerkstatt oder die Inneneinrichtungen von Maribondos Freizeitcenter, im ehemaligen Reuter-Gebäude, ablichtete. Diese und diverse andere Bilder der fotobegeisterten Gruppe, die das gemeinsame Hobby zusammenführte, laden die Öffentlichkeit zu den gewohnten Öffnungszeiten in das Kreishaus ein.


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