Janine Girth

Sportpolitik ist Gesellschaftspolitik Forderung nach mehr Förderung im Sport und für Sportstätten

Grasberg. Der Sport dient nicht nur dem eigenen gesundheitlichen Wohlbefinden, sondern er ist gleichsam Teil unseres gesellschaftspolitischen Umfeldes. Am Kreissporttag, zu dem der Kreissportbund Osterholz e.V. (KSB) in den Grasberger Hof eingeladen hatte, wurde deshalb mehrfach die Forderung nach einer verbesserten Wahrnehmung der Arbeit in den Sportvereinen, nach einer höheren finanziellen Förderung des Sports und des Sportstättenbaus, laut.
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Forderung nach einem verbesserten finanziellen Rahmen
Sport sei Stabilisierung, das „Lagerfeuer, an dem alle zusammenfinden“ und er diene dem allgemeinen Wohlbefinden, betonte der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes Niedersachsen, Reinhard Rawe. Er hob besonders das „starke Gerüst“ der Ehrenamtlichen und deren hohe Einsatzbereitschaft in den Sportvereinen hervor. Doch dieses Engagement alleine genüge nicht. Auch seitens der Landesregierung müsse es mehr Engagement geben, und zwar in Form von Geldmitteln, die die Sportvereine dringend benötigen. Es gäbe eine Vielzahl sanierungsbedürftiger Sportstätten in Niedersachsen. der Sanierungsstau habe sich auf etwa 500 Millionen Euro erhöht. Zudem müsse dringend mehr Geld in die Förderung des Leistungssports investiert werden, um Spitzensportler zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu bieten, auch auf Bundesebene zu punkten.
„Wenn wir nicht genug Geld haben, können wir in den Sportvereinen auch keine Talente fördern“, betonte auch der Vorsitzende des Kreissportbundes Cuxhaven, Edmund Stolze. Diese Forderung nach einer finanziellen Förderung sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene unterstützte ebenfalls die Vorsitzende des KSB, Edith Hünecken. „Der finanziellen Rahmen für Sportvereine muss dringend verbessert werden“, sagte sie nachdrücklich.
Ein Mitgliederschwund, überbordende Bürokratie, so jüngst beispielsweise durch die neue EU-Datenschutzverordnung, Nachwuchssorgen, Finanzierungsprobleme und ein zunehmender Konkurrenzdruck durch Volkshochschulkurse und Fitnessstudios machen den Sportvereinen und dem Kreissportbund OHZ zunehmend zu schaffen. Diese Tatsache bedürfe einer intensiveren politischen als auch gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema, so Edith Hünecken.
Planungen des Vorstands zum Verkauf der KSB-Immobilie
Unter dem Tagungsordnungspunkt 13 brachte Jürgen Linke, zuständig für die Organisations- und Vereinsentwicklung des KSB Osterholz, das Thema „Verkauf der KSB-Immobilie in der Bahnhofsstraße in der Kreisstadt ins Spiel. Die Räumlichkeiten der Geschäftsstelle würden nicht mehr den Anforderungen entsprechen, erklärte er gegenüber den Mitgliedern. Das Raunklima sei ungünstig, es gäbe keinen Platz für zu archivierende Unterlagen und keinen separaten Raum für Drucker und Kopierer. Um Verbesserungen zu erzielen, seien entweder Investitionen in Höhe von etwa 20.000 Euro erforderlich, oder das Gebäude müsse verkauft und alternativ andere Räume angemietet respektive neu gebaut werden. Der Verkaufswert der Immobilie liege bei rund 75.000 Euro. Hier wurden auf dem Kreissporttag Stimmen laut, die erst einmal eine genaue Prüfung aller Möglichkeiten forderten, bevor man einen Beschluss fassen könne.
Ehrungen
Im Rahmen des Kreissporttages wurde Fritz Bokelmann für sein Engagement in der Sportförderung mit der goldenen Ehrennadel des LSB-Niedersachsen ausgezeichnet. Silberne Ehrennadeln erhielten Andreas Benthake, Martina Frenz und Niko Lütjen.


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