Patrick Viol

"Schwimmen muss man können" - Das Schwimmlernprojekt der Stadt

Osterholz-Scharmbeck. Nicht schwimmen zu können, ist für Kinder eine Gefahr. Mehr als die Hälfte der Grundschüler*innen kann nicht schwimmen. Das SOS-Kinderdorf leistet diesem Missstand mit der Inge-Küster-Stiftung Abhilfe.
 

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Die von Kirstin Döding (re.) betreuten Kinder Amara, Benjamin und Andre (v.li.) könnten nach dem Training mit Schwimmlehrerin Katja Wätjen (li.) eigentlich auf Schwimmhilfen verzichten. Foto: hc

Die von Kirstin Döding (re.) betreuten Kinder Amara, Benjamin und Andre (v.li.) könnten nach dem Training mit Schwimmlehrerin Katja Wätjen (li.) eigentlich auf Schwimmhilfen verzichten. Foto: hc

Schon seit den Herbstferien 2019 läuft im Allwetterbad in Osterholz-Scharmbeck ein von der Stadt Osterholz-Scharmbeck initiiertes Schwimmlernprojekt für Kinder und Jugendliche.
„Schwimmen muss man können“, bringt es Joachim Schuch, Geschäftsführer des SOS-Kinderdorfes in Worpswede, auf den Punkt. Seine Organisation ist Personalträger des Projektes, an dem neben der Stadt OHZ und dem Allwetterbad auch die Inge-Küster-Stiftung wesentlich beteiligt ist. Mit einer Spende von 70.000 Euro hat die Stiftung dieses Projekt für die Laufzeit von einem Jahr erst möglich gemacht.
Anfängliche Skepsis
Fritz Bokelmann war als Geschäftsführer der Inge-Küster-Stiftung erster Ansprechpartner der Organisatoren des Schwimmlernprojekts. Nach anfänglicher Skepsis hätten die Pläne bei ihm Begeisterung ausgelöst, berichtet der 80-jährige. „Und die Unterstützung trägt ja auch Früchte.“ Tatsächlich haben seit dem Beginn des Projektes am 21. Oktober vergangenen Jahres bereits 19 Kinder das Seepferdchen-Schwimmabzeichen, 20 Kinder das Bronze- und zwei Jugendliche das Silber-Abzeichen erlangt.
Schwimmfähigkeit ab Bronze
„Nach der Gewöhnung an das Schwimmbad und das Umfeld beginnen erste Gleitübungen mit dem Brett“, erläutert Schwimmtrainerin Katja Wätjen ihre heranführende Arbeitsweise. Gemeinsam mit sechs anderen erfahrenen Schwimmtrainer*innen ist sie maßgeblich am Schwimmunterricht beteiligt. Für Wätjen hat ein Kind erst mit dem Erwerb des Bronze-Abzeichens die Schwimmfähigkeit erreicht. „Wenn ein Kind Bronze erworben hat, verlässt es die Gruppe und ein neues Kind kann nachrücken“, erläutert sie den Ablauf.
Zu viele Nichtschwimmer*innen
Eine Umfrage an den Grund- und Sekundarschulen in Osterholz-Scharmbeck hatte im Schuljahr 2018/19 ergeben, dass 58,3 Prozent der Grundschüler*innen und immerhin noch 22 Prozent der Schüler*innen im Sekundar-I-Bereich (5. bis 10. Jahrgang) nicht schwimmen können. Das war für die Verantwortlichen Veranlassung, das Schwimmlernprojekt aus der Taufe zu heben. Dank der Inge-Küster-Stiftung ist der Schwimmunterricht, der während der Sportstunde, aber auch separat nachmittags stattfindet, ein Jahr lang für alle Kinder und Jugendliche kostenfrei. In Zusammenarbeit mit den Schulen und mit Zustimmung der Eltern werden die jungen Nichtschwimmer*innen dem Projekt zugeführt.
Begeisterte Neuschwimmer*innen
Auch Amara, Andre und Benjamin von der Grundschule Beethovenschule haben erfolgreich am Schwimmunterricht teilgenommen. Die von der Schulpädagogin Kirstin Döding begleiteten Kinder sind inzwischen begeisterte Schwimmer*innen geworden. Während Amara am liebsten taucht, ist das Springen vom Brett und vom Sprungturm die liebste Beschäftigung von Benjamin und Andre.


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