Ulla Ingenhoven

Schorses Park für jeden offen Landjugend schuf in 72 Stunden einen Ort zum Verweilen

St. Jürgen. Das Kind, pardon der Park, hat nun einen Namen: „Schorses Park“. Junge Menschen der Landjugend St. Jürgen hatten ihn ab dem 23. Mai im Rahmen der bundesweiten 72-Stunden-Aktion hinter der St.-Jürgens-Kirche errichtet. Am Erntedanktag wurde er offiziell eingeweiht. Man hat sich auf diesen späteren Zeitpunkt festgelegt, weil der Bürgerverein Kirchort St. Jürgen in diesen Tagen nun auch den Mietvertrag mit der Kirchengemeinde für die Nutzung von Räumlichkeiten des Küsterschulhauses unterschrieben hat.

Bilder
Bürgermeister Kristian Tangermann, der erste Vorsitzende der Landjugend, Malte Rohdenburg, und Pastor Wildrik Piper (von links) machten den Weg in den Park frei.  Foto: ui

Bürgermeister Kristian Tangermann, der erste Vorsitzende der Landjugend, Malte Rohdenburg, und Pastor Wildrik Piper (von links) machten den Weg in den Park frei. Foto: ui

Anwesen erwerben
Reinhard Garbade ist der Vorsitzende dieses Bürgervereins. Er freute sich, an diesem Tag mit Mitgliedern seines Vereins, der Landjugend, des Kirchenvorstandes, Bürgermeister Kristian Tangermann und Unterstützern durch den Park zu wandeln. Der Bürgerverein Kirchort St. Jürgen wurde vor vier Jahren gegründet, „um das Küsterschulhaus zu übernehmen und einen Weg zu finden, dieses Anwesen zu erwerben“, erklärte Reinhard Garbade. Jetzt warte man auf die Entscheidung der Landessynode, ob ein Kauf der Liegenschaft möglich sei.
Dem Bürgerverein schwebe vor, die Räume als Geschichtsort zu nutzen. Kartenmaterial und Bücher sollen hier untergebracht werden. „Auch der Nachlass von Heinrich Schmidt-Barrien wird hier seinen Platz finden“, so der Vereinsvorsitzende.
 
Erst nur ein Arbeitstitel
Aber jetzt ging es erst einmal um den Park, der nun Schorses Park heißt, in Anlehnung an den Namen des heiligen Georg (Jürgen ist die norddeutsche Namensvariante von Georg). Zuerst war das nur ein Arbeitstitel, aber dieser Name gefiel den Jugendlichen so gut, dass sie dabei blieben. Der Park sei ein Ort der Besinnung und Ruhe, so Reinhard Garbade, ein Raum für ein kirchliches und weltliches Programm. Sehr angetan war er von der besonderen Atmosphäre. „Die Landjugend habe dies geschaffen.“ Die Sorge, dass dieser Ort nicht gepflegt würde, konnte man den jungen Leuten nehmen: „Es gibt eine Gruppe von Menschen, die sich bereit erklärt haben, mit anzupacken“, so Reinhard Garbade. Und das seien die St. Jürgener Kümmerer. Für das Engagement aller Beteiligten bedankte er sich herzlich. Sein Dank galt aber auch den zahlreichen Unterstützern mit Geld- und Sachspenden. Firmen lieferten Materialien von Schrauben über Hölzer, Hackschnitzel bis hin zu Pflanzen und Gräsern. So war es auch möglich, die Friedhofspforte gleich mit zu erneuern.
 
Respekt gezollt
Beeindruckt von der ganzen Aktion zeigte sich auch Kristian Tangermann, der die jungen Leute während der Aktion mehrmals besuchte. Er zollte der Landjugend seinen Respekt.
 
Kein steinernes Ensemble
„Großartig“ fand Pastor Wildrik Piper den Park. „Da kam man wie die Jungfrau zum Kinde“, schmunzelte er. „Das ist ein Geschenk.“ Viele Menschen profitierten davon. Wenn die jungen Leute den Park nicht geschaffen hätten, wäre dies hier ein steinernes Ensemble. „Jetzt kommt Leben rein, weil die Menschen anpacken. Das braucht St. Jürgen unbedingt. Und das geht nur mit engagierten Menschen.“
 
Rotes Band durchschnitten
Malte Rohdenburg, erster Vorsitzender der St. Jürgener Landjugend, durchschnitt gemeinsam mit Pastor Piper und Bürgermeister Kristian Tangermann ein dickes rotes Band anlässlich der offiziellen Präsentation. Der junge Mann berichtete von der Aufgabenstellung des „Agenten“ Marco Murken bis zur Vollendung des Projektes. Von giftigen Pflanzen, die entfernt werden mussten, erzählte er, von Bäumen, die mit Efeu zugewachsen waren, aber auch von guter Teamarbeit. Wer sich den Park anschaut, kann sich vorstellen, wie viel Knochenarbeit geleistet wurde, aber auch wie viel Liebe darin steckt. So wurden Steine mit Bibelversen versehen, aus dicken Baumstämmen gefertigte Bänke laden zum Innehalten ein, an anderer Stelle können sich die Menschen an Gräsern und Blumen erfreuen.
Von den Auseinandersetzungen mit der Unteren Naturschutzbehörde, die „Angst hatte, hier könnten potenzielle Kanufahrer ihre Boote einsetzen“ (Marco Murken), war an diesem Tag kaum mehr die Rede. Aber man habe sich geeinigt. Es sei jedoch teilweise demotivierend gewesen, weil man den jungen Leuten nicht gezeigt habe, was möglich, sondern was alles nicht möglich ist“. So habe man einige Ansätze nicht verwirklichen können, und der Park sei in abgespeckter Form entstanden, so Marco Murken.


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