Monika Ruddek

Schmidt-Barrien-Preis geht an Yared Dibaba

Lilienthal. Der diesjährige Schmidt-Barrien-Preis wurde an den Schauspieler, Sänger und Moderator Yared Dibaba aus Oldenburg verliehen.

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Yared Dibaba bekam als „sympathischer Botschafter der niederdeutschen Sprache“ den Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis 2020 verliehen. Interviewt wurde er von Walter Henschen.  Foto: mr

Yared Dibaba bekam als „sympathischer Botschafter der niederdeutschen Sprache“ den Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis 2020 verliehen. Interviewt wurde er von Walter Henschen. Foto: mr

Foto: J. Ruddek

Yared Dibaba, geboren in Äthiopien, spricht Plattdeutsch so fließend wie seine Muttersprache. Der „Plattdeutsch-Experte des NDR-Fernsehens“ und Moderator ist einer derjenigen Menschen, der daran arbeitet, die Plattdeutsche Sprache im Alltag, in der Kultur und in den Medien zu erhalten und ihr wieder mehr Bedeutung zu verleihen. Aus diesem Grund hat die Jury in diesem Jahr Yared Dibaba für den Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis nominiert.
Die hölzerne Büste Heinrich Schmidt-Barriens wurde dem sympathischen Entertainer in der voll besetzten St.-Jürgens-Kirche vom „Freundeskreis Dat Hus op´n Bulten“ überreicht. Seit 1979 lebt der Moderator im Oldenburgischen Land und da schnackt man nun mal Plattdeutsch. Nach seiner Ausbildung im Kaffeehandel besuchte Yared Dibaba die Schauspielschule und studierte schließlich Gesang am Hamburger Konservatorium. Seine erste Schauspielrolle bekam er beim Hamburger Ohnsorg-Theater, wo er 1999 neben Heidi Kabel einen Taxifahrer spielte. Mit Bettina Tietjen moderierte der Schauspieler später ab 2007 die Talkshow „Die Tietjen und Dibaba“ im NDR Fernsehen. Seit 2010 moderiert der diesjährige Preisträger des Schmidt-Barrien-Preises gemeinsam mit Kirsten Rademacher regelmäßig die Sendung „Mein Nachmittag“. In der Sendung „Die Welt op platt“, stellt er außerdem Plattsnackers auf der ganzen Welt vor und ist regelmäßig in „Land & Liebe“ zu sehen. Auch in der plattdeutschen Morgenplauderei „Hör´mal ´n beten to“ meldet sich der Entertainer gerne zu Wort.
 
Fernsehen, Radio und Bühne
 
„Sprache ist Heimat“, betonte der gebürtige Äthiopier und meint damit nicht nur seine Muttersprache aus dem Land am Horn von Afrika, sondern auch die Plattdeutsche Sprache des hiesigen Nordens, die er so wunderbar spricht. „Alle Menschen sollten sich auf ihre Heimatsprache besinnen“, sagte der sympathische und beliebte Preisträger, der laut Jury „düssen Preis verdeent“. Denn er schreibt auf Platt und singt auf Platt und die Leute mögen das lesen und hören. Yared Dibaba kümmert sich um die Plattdeutsche Sprache im Fernsehen, Radio und auf der Bühne, also ganz im Sinne des Schriftstellers Heinrich Schmidt-Barrien, der bis zu seinem Tod im Jahre 1996 der wohl unser bekanntester verstorbener Autor niederdeutscher Novellen und Romane in hochdeutscher Sprache ist.
Zum 20. Mal wurde der Schmidt-Barrien-Preis in diesem Jahr verliehen. Er bleibt nun bis 2021 bei Yared Dibaba und geht nächstes Jahr auf Wanderschaft zum nächsten Preisträger. Die Moderation hatte in diesem Jahr übrigens erneut Walter Henschen in der St.-Jürgens- Kirche, der mit viel Ruhe und Bedacht das Publikum immer mal wieder zum Schmunzeln brachte. Für das „muntere Zwischenspiel“ sorgte in den Rednerpausen “Knipp Gumbo“, alias Lars Köster, mit schwungvoller und mitreißender Musik, inklusiver zweier Spontanduette mit dem diesjährigen Preisträger.


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