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Schicksale bleiben sichtbar

Jeder Stolperstein erzählt ein Schicksal. Anfang September werden in Ritterhude und Osterholz-Scharmbeck sechs weitere Erinnerungssteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt.

 

Die Stolpersteine erinnern an die Schicksale von sechs Menschen zur NS-Zeit.

Die Stolpersteine erinnern an die Schicksale von sechs Menschen zur NS-Zeit.

Bild: Eb

Landkreis Osterholz. Die Stolpersteininitiative Landkreis Osterholz verlegt am Donnerstag, 3. September, an sechs Orten in Ritterhude und Osterholz-Scharmbeck neue Stolpersteine. Sie erinnern an Menschen aus der Region, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt und inhaftiert wurden.

Der Verlegungs geht eine umfangreiche Recherche voraus. Mitglieder der Initiative durchsuchen dafür unter andere, Archive und sogenannte Wiedergutmachungsakten. Ziel ist es, die Lebensgeschichte der Opfer zu rekonstruieren, ihnen ihren Namen und ihre Biografien zurückzugeben und die Erinnerung an sie wachzuhalten.

Dabei ist die Initiative auch auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Viele wichtige Dokumente und Erinnerungsstücke befinden sich nicht in öffentlichen Archiven, sondern in Privatbesitz. Gesucht werden beispielsweise Haftbefehle, Gerichtsurteile, Briefe, Fotografien und andere Unterlagen zu den betroffenen Personen. Hinweise nimmt die Stolpersteininitiative entgegen. Die bisherigen Rechercheergebnisse sind unter spurensuche-kreis-osterholz.de/ zu finden.

 

Stolpersteine verlegen

Die Verlegung der Stolpersteine am Donnerstag, 3. September, beginnt um 10 Uhr in Ritterhude. In der Grünen Straße 2 wird ein Stolperstein für Johann Murken gesetzt. Der 1898 geborene KPD-Angehörige wurde wegen des Vorwurfs der „Vorbereitung zum Hochverrat“ verhaftet, im Gefängnis Bremen inhaftiert und 1938 entlassen.

Am Neustadtweg 29 erinnert künftig ein Stolperstein an Friedrich Mahnken. Der 1899 geborene Widerstandskämpfer und KPD-Angehörige wurde ebenfalls 1936 verhaftet, im Zuchthaus Bremen festgehalten und 1938 entlassen.

In der Neuen Landstraße 25 wird ein Stein für Carl Rotermund verlegt. Der 1902 geborene KPD-Angehörige wurden 1936 wegen angeblicher „Vorbereitung zum Hochverrat“ festgenommen und im Gefängnis Bremen inhaftiert. Seine Entlassung erfolgte 1938.

Gegen 12.20 Uhr wird die Verlegung in Scharmbeckstotel fortgesetzt. Auf dem berge 9 in Settenbeck wird an Heinrich Fechtmann erinnert. Der 1906 geborene Widerstandskämpfer wurde 1936 verhaftet, im Zuchthaus Bremen inhaftiert und 1938 entlassen.

In der Karlstraße 27 in Osterholz-Scharmbeck wird ein Stolperstein für Johann Hoppen gesetzt. Der 1903 geborene KPD-Angehörige wurde 1936 wegen des Vorwurfs der „Vorbereitung zum Hochverrat“ verhaftet, im Gefängnis Hamm festgehalten und 1938 entlassen.

Die letzte Verlegung findet Hinter der Kirche 13 statt. Dort erinnert künftig ein Stolperstein an Anneliese von Oehsen. Die 1920 geborne Frau wurde 1942 werden angeblicher „Arbeitssabotage“ verhaftet und in das Konzentrationslager Ravensbrück gebracht. Am 3. März 1945 wurde sie entlassen.


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