Nadine Schilling

Projekt zur Artenvielfalt - Osterholz-Scharmbeck wird bunt

Osterholz-Scharmbeck (eb). Unter diesem Titel startete im September ein neues Projekt der Biologischen Station Osterholz zur langfristigen Förderung der Artenvielfalt in Osterholz-Scharmbeck. Das Projekt wird von der Niedersächsischen BINGO Umweltstiftung finanziell unterstützt und in Kooperation mit den Eigentümern des Grundstücks, Iris Falcke und Jörg Fanelli-Falcke, dem Lernhaus im Campus, der Stadt Osterholz-Scharmbeck, dem Gewässer- und Landschaftspflegeverband sowie der Nabu-Ortsgruppe Osterholz durchgeführt.
In einem ersten Schritt haben Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Lernhauses im Campus im Wahlpflichtkurs „Biologie“ begonnen, unter Anleitung der BioS auf einem privaten Grundstück eine sogenannte „Fläche der Artenvielfalt“ zu schaffen. Der größte Teil der Fläche besteht zur Zeit aus Grasland, an dessen Rand der Scharmbecker Bach in einem kanalisierten Bachbett fließt.
Wie genau die „Fläche der Artenvielfalt“ später aussehen soll und welche verschiedenen Biotope angelegt werden können, planen die Schüler/innen mit, denn neben der praktischen Arbeit auf dem Gelände wird auch Wert auf konzeptionelle Umweltbildung gelegt. Erste Ideen konnten sie sich bei einem Besuch der „Parzelle 115“ des Nabu Osterholz holen, die sehr anschaulich zeigt, welche Möglichkeiten Gartenbesitzer haben, um bereits auf kleinstem Raum mit einfachen Maßnahmen die Artenvielfalt bei Pflanzen und damit auch Tieren erhöhen zu können.
Neben der Anlage einzelner Elemente, die als Nist- und Nahrungsraum besonders für Insekten dienen sollen, ist im Projekt geplant, mit Hilfe des Gewässer- und Landschaftspflegeverbands das Ufer des Scharmbecker Baches auf dem Grundstück abzuflachen, um so einen Feuchtlebensraum zu schaffen.
Bei den ersten Arbeiten auf dem „eigenen“ Grundstück entfernten die Schüler/innen einen Teil der vielen stacheligen und widerspenstigen Brombeerpflanzen. Diese werden aber auf dem Grundstück direkt wieder für Benjes-Hecken verwendet und aufgeschichtet, da Insekten die markhaltigen Stängel gerne als Behausungen nutzen.
Beim Umsetzen eines alten Kompostes zeigten die Schüler/innen auch gleich ein Herz für Tiere bzw. Insektenfresser, als drei kleine Igelbabys entdeckt wurden, von deren Mutter jede Spur fehlte. Die Entscheidung darüber, was mit ihnen passieren sollte, fiel nicht leicht. Der Blick ins Internet vor Ort und eine spontane Wiegeaktion mit der Küchenwaage der Grundstückseigentümerin zeigte jedoch, dass die Igelkinder nur zwischen 280 und 350 g wogen und für die Jahreszeit zu leicht waren. Eine der betreuenden Lehrerinnen sammelte die Kleinen mit einem Häufchen Laub ein und brachte sie im Anschluss an den Unterricht zu den ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern des Netzwerkes Igelfreunde e.V.. Wenn alles gut verläuft, werden diese Igel nächstes Frühjahr auch wieder auf diesem Grundstück ausgewildert.
Ziel des Projektes „Osterholz-Scharmbeck wird bunt“ ist es aber nicht nur die Artenvielfalt dieses Grundstückes zu erhöhen, sondern dort auch eine Art „Grünes Klassenzimmer“ zu schaffen, dass als Begegnungsstätte zwischen Natur und Mensch, insbesondere für Schüler/innen des Lernhauses, zukünftig genutzt werden soll. Letztendlich soll das artenfreundlich umgestaltete Grundstück als positives Vorzeigeprojekt eine Ausstrahlung in die Stadt bewirken und dazu motivieren, auch andere Flächen nachhaltig umzugestalten und damit dazu beizutragen, dass Osterholz bunt wird.
So ist in einem zweiten Schritt geplant, ein Regenrückhaltebecken auf einer gegenüber liegenden kommunalen Fläche zu einem standorttypischen Feuchtbiotop umzugestalten.


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