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Paulas Fest

 Zum 150. Geburtstag der Künstlerin Paula Modersohn-Becker arbeitet erarbeitete die Cosmos Factory die Theaterproduktion „Paulas Fest“.

Worpswede. Nach anderthalb Jahren Recherche hat Produzent und Regisseur Oliver Peuker genug Material zusammengetragen für seine dritte Arbeit um Leben und Werk der Worpsweder Künstlerin. Seine Faszination für die gerade mal mit 31 Jahren verstorbene Malerin ist unüberhörbar, wenn Peuker über sie spricht. Zu Lebzeiten unbekannt, aber die Picasso Deutschlands, wie es die FAZ schrieb. Zu Recht nehme die Bekanntheit Modersohn-Beckers ungebremst und international an Fahrt auf, „denn sie war ihrer Zeit so weit voraus, in der es Frauen unmöglich gemacht wurde, Künstlerin zu sein“, so Peuker. Ihr Weg war kompromisslos, „wir haben versucht, prägnanten Momenten ihrer künstlerischen Entwicklung einen modernen Zugriff zu ermöglichen, der ihrer Radikalität gemäß ist“. 80 Prozent seien aus ihren Tagebüchern und Briefen entnommen, 20 Prozent der Produktion seien künstlerische szenische Freiheit. „Wir besuchen Paula in ihrem Ikonen-Himmel, von dort aus entspinnt sich das Ganze“, verrät Peuker, der sich einer gänzlich anderen Produktionssprache bediene. Dafür hat er zwei Profi-Schauspielerinnen mit der Berlinerin Judith Mundinger und Judith Speckmaier aus Frankfurt/Oder verpflichtet, die in gleich mehrere Rollen aller Ikonen im Paula-Himmel schlüpfen. Auch Anouk Falkenstein, Peukers Tochter, wird in dem Stück mitspielen, in dem auch ihr Vater minimalistisch szenisch auftritt.

Durch das Schauspiel, durch Tanz und Musik würde der künstlerische Schaffensprozess, die malerische Inspiration sinnlich umgesetzt. „Malerei wird zu Theater“, fasst es Peuker zusammen. „Für sie lebte einfach alles. Und so wird auch dieses Stück definitiv nicht langweilig.“

Für die rund 90-minütige Aufführung hat Anouk Falkenstein besondere Kostüme entworfen, die die zeitgenössische Mode an die Moderne anknüpfen möchte, „eine gewisse Leichtigkeit in das Hochgeschlossene der Jahrhundertwende“.

Diese Frau mit diesem Selbstbewusstsein im Jahre 1900, getrieben von ihrem künstlerischen Drang, hat auch die Schauspielerin Judith Mundinger beeindruckt, die vorher nichts von Paula Modersohn-Becker wusste. „Und dann hat sie auch noch den ersten Frauenakt gemalt – sich selbst, nackt!“

Die Choreografien der ausgebildeten Tänzerin Judith Speckmaier bereichern das Stück um wichtige Nuancen der lebensfreudigen Malerin, die sich mehr und mehr über ihren Vornamen identifizierte, als über die Nachnamen ihres Vaters oder Ehemanns.

Die Nähe zum Publikum mache einen besonderen Zauber aus. So hat Peuker die Bühne zwischen die Stuhlreihen in der Bötjerschen Scheune platziert; rund 80 Zuschauer können seit Mittwoch, 22. Juli, täglich jeweils um 20 Uhr bis zur letzten Vorstellung am Sonntag, 2. August, sehr nah das künstlerische Nachempfinden des Ensembles der Paula’schen Inspiration ihrer gewaltigen Kunst verfolgen. Ein Fest soll es sein, so wie Paula Modersohn-Becker ihr Leben gelebt und verstanden haben will. „Ist ein Fest schöner, weil es länger ist?“

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