

Schwanewede. Schwanewede hat im Rahmen der aktuellen Beteiligungsverfahren zum sachlichen Teilprogramm Windenergie sowie zur Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms des Landkreis Osterholz erneut eine detaillierte Stellungnahme eingereicht. Grundlage des Papiers sind die Beratungen des Ausschusses für Planung und Gemeindeentwicklung vom 15. Januar.
Darin bekräftigt die Gemeinde ihre grundsätzliche Unterstützung für Energiewende und Klimaschutz. Zugleich mahnt sie jedoch eine aus ihrer Sicht unausgewogene Verteilung der Windkraftflächen innerhalb des Kreisgebiets an. Zwar wird die Reduzierung der Vorranggebiete gegenüber dem ersten Entwurf ausdrücklich begrüßt, dennoch bleibt Schwanewede die am stärksten betroffene Kommune.
Mit vier ausgewiesenen Gebieten auf insgesamt 659 Hektar entfallen rund 43,5 Prozent der gesamten Windenergieflächen des Landkreises auf Schwaneweder Gebiet – obwohl die Gemeinde lediglich etwa 20 Prozent der Kreisfläche ausmacht. Die Flächen liegen in den Gemarkungen Aschwarden, Brundorf, Eggestedt, Löhnhorst, Meyenburg und Schwanewede.
Forderung nach Transparenz im Abwägungsprozess
Ein zentraler Kritikpunkt der Gemeinde betrifft die mangelnde Nachvollziehbarkeit der bisherigen Abwägung. Nach Angaben der Verwaltung wurde in der jüngsten Ausschusssitzung deutlich, dass detaillierte Begründungen sowie die sogenannten Rotor-in/Rotor-out-Kennzahlen bislang nicht vollständig offengelegt wurden.
Schwanewede fordert daher eine lückenlose Einsicht in diese Daten, um die Auswahl der Flächen sachlich prüfen und bewerten zu können. Ohne Transparenz sei eine faire und akzeptierte Planung kaum möglich, heißt es in der Stellungnahme.
Schutz sensibler Räume gefordert
Besonderes Gewicht legt die Gemeinde auf den Erhalt sensibler Natur- und Erholungsräume. So fordert sie den konsequenten Schutz des „Ruhigen Gebiets“ Schmidts Kiefern. Auf die rund 26 Hektar, die sich dort mit geplanten Windenergieflächen überschneiden, solle vollständig verzichtet werden.
Auch im Bereich Löhnhorst/Stendorf sieht die Gemeinde erheblichen Korrekturbedarf. Da dort lediglich etwa 32,7 Prozent der Fläche tatsächlich anrechenbar seien, stehe der geringe Ertrag in keinem angemessenen Verhältnis zu den Eingriffen in das Landschaftsbild. Effizienz müsse deshalb ein zentrales Abwägungskriterium sein, um Konfliktflächen mit kaum messbarem Nutzen zu vermeiden.
Bürgermeisterin mahnt Augenmaß an
Bürgermeisterin Christina Jantz-Herrmann fasst die Position der Gemeinde zusammen:
„Energiewende funktioniert nur mit den Menschen, nicht gegen sie. Schwanewede ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und seinen Teil beizutragen – aber nicht allein und überproportional. Wir bedanken uns für die bisherige Berücksichtigung unserer Belange, bitten aber um eine weitere Anpassung der Planung mit Augenmaß, damit die Gemeinde Schwanewede auch in Zukunft ein lebenswertes ,schönes Stückchen Erde‘ bleibt.“
Die vollständigen Stellungnahmen sind nach Angaben der Gemeinde ab sofort auf der Homepage einsehbar.
Bürger können noch bis zum 2. Februar ihre Stellungnahmen beim Landkreis Osterholz einreichen – schriftlich beim Planungs- und Naturschutzamt, Osterholzer Straße 23, 27711 Osterholz-Scharmbeck, per E-Mail an planungsamt@landkreis-osterholz.de oder mündlich zur Niederschrift während der Geschäftszeiten. Die Unterlagen stehen auf der Internetseite des Landkreises zur Verfügung.



