Andreas Klüh

Mehr Raum für kleine Entdecker

In Worpswede entsteht mit dem Kita-Neubau „Dat Butjerhus“ ein moderner, nachhaltiger Wohlfühlort für bis zu 70 Kinder, der mehr Betreuungsplätze schafft und für das SOS-Kinderdorf zugleich das größte Bauvorhaben seit Jahrzehnten ist.
Einrichtungsleiterin Annika Ziemann und die Bereichsleiterin der Kinderbetreuung Maren Lilje vor dem Kita-Neubau „Dat Butjerhus“.

Einrichtungsleiterin Annika Ziemann und die Bereichsleiterin der Kinderbetreuung Maren Lilje vor dem Kita-Neubau „Dat Butjerhus“.

Bild: Akl

Worpswede. Der Wettergott hatte ein Einsehen und be herrlichem Sonnenschein konnte die Einrichtungsleiterin des SOS-Kinderdorfes in Worpswede, Annika Ziemann, rund 50 Gäste zu einem Baustellen- und gleichzeitig Richtfest für den Kita-Neuau „Dat Butjerhus“ begrüßen. Gekommen waren Mitglieder des Worpsweder Gemeinderates, der Verwaltung des Künstlerortes, die Nachbarschaft, Elternvertreter, die Kitaleitung sowie eine Delegation des Kinder- und Jugenddorfrates. Nach kurzen Redebeiträgen von Bürgermeister Stefan Schwenke, dem aus der SOS-Geschäftsstelle München angereisten Ernst Kramer und des Architekten Carsten Roth, bestand die Möglichkeit, das Gebäude zu besichtigen.

 

Ein Quantensprung

Bürgermeister Schwenke sagte in seiner Ansprache: „Dieser Neubau ist schon etwas ganz Besonderes für uns hier in Worpswede und nach Fertigstellung ein Quantensprung für die Betreuung in der Gemeinde.“ Er betonte die gute Zusammenarbeit der am Bau beteiligten verantwortlichen und lobte die einhellige Zustimmung aller im Rat vertretenen Parteien für dieses Projekt.

Ernst Kramer, Leiter Referat Bau der SOS-Kinderdörfer, sprach von dem größten Bauvorhaben im Kinderdorf seit Jahrzehnten. Die Einrichtung in Worpswede sei im Laufe der Jahre ständig gewachsen und man habe viele Erweiterungen und Sanierungen durchführen müssen. Auch in Zukunft werde man am Standort bauen, neue Flächen für Jugendliche entwickeln, weitere Räume für die Verwaltung einrichten und wieder einen „Dorfsaal“ zur Verfügung stellen.

Der Hamburger Architekt des Kita-Neubaus, Carsten Roth, zeigte sich sehr zufrieden mit dem aktuellen Stand der Bauarbeiten, verhehlte aber nicht, dass ihm das Projekt anfangs auch einiges Kopfzerbrechen bereitet hatte. So mussten statt eines Betonfundaments, Rammpfähle in den Moorboden eingeschlagen werden. „Hätte ich gewusst, dass hier das Teufelsmoor ist, hätte ich mir überlegt, ob ich am Wettbewerb teilnehme.“

Am Ende der offiziellen Ansprachen verrieten Annika Ziemann und Bereichsleiterin Maren Lilje den anwesenden Gästen noch, was in der obligatorischen Zeitkapsel, die in der Regel jedem Neubau zugeführt wird, enthalten sei. So wurden neben der üblichen Tageszeitung noch einige, auf kleinen Zetteln verewigte, Wünsche der zukünftigen Kita-Kinder in das Gefäß gelegt. Diese reichten von „Glück und leckeres Eis“, „Kein Streit und keine Verletzungen“, über „Die Heizung soll funktionieren“ bis hin zu „Nur nette Erzieherinnen“. Bevor anschließend das Gebäude in kleinen Gruppen betreten werden konnte, sprach Zimmermeister Harm Claus der Firma Kahrs Holz & Bau GmbH aus Otterstedt, den Richtspruch.

 

Ein moderner Wohlfühlort

Bereits seit 60 Jahren werden Kinder in der Kita „Dat Butjerhus“ auf dem Gelände des Kinderdorfes in Worpswede betreut. Das alte Gebäude war mittlerweile stark sanierungsbedürftig geworden und gleichzeitig stieg der Bedarf an Betreuungsplätzen. Der aktuell in Arbeit befindliche Neubau soll Ende des Jahres fertig gestellt sein, sodass die ersten Kinder Anfang 2027 das Gebäude erobern können. Für bis zu 70 junge Menschen aus der Region im Alter von einem bis sechs Jahren sowie 14 Fachkräften soll ab dann die moderne Wald-Kita zu einem verlässlichen Lebensort werden.

Das Ensemble ist die Kombination aus einer Stahl-Holz-Konstruktion mit begrünten Dächern, das umweltfreundlich und zukunftsfähig durch Luft-Wasser-Wärmepumpen beheizt werden soll. Das komplett barrierefreie Haus verfügt über vier altersgerechte Gruppenräume, einen Mehrzweckraum sowie zwei Besprechungsräume. Das gesamte Objekt wird ressourcenschonend errichtet und soll Klimaschutz mit kindgerechtem Lernen in einer naturnahen, behaglichen Atmosphäre verbinden.

Die Bereichsleiterin für den Kita-Bereich, Maren Lilje, resümierte: „Es entsteht ein heller und freundlicher Kita-Wohlfühlort für die Kinder aus dem Kinderdorf und aus Worpswede, der eine Investition in die nächste Generation mit sich bringt und der gleichzeitig den Naturschutz durch die nachhaltige Bauweise im Blick hält.“


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