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„Man lernt fürs Leben“

Die Tagesstätte des Diakonischen Werks bietet jungen Menschen einen abwechslungsreichen Bundesfreiwilligendienst – und sucht jetzt einen Nachfolger.

 

Emanuel Lührßen ist dankbar für die Zeit, die er in der Tagesstätte verbracht hat.

Emanuel Lührßen ist dankbar für die Zeit, die er in der Tagesstätte verbracht hat.

Bild: Eb

Osterholz-Scharmbeck. Emanuel Lührßen hatte nach dem Abitur keinen festen Berufsplan. Heute sagt der 20-Jährige aus Bremen-Nord einen Satz, der nach zehn Monaten Bundesfreiwilligendienst hängen bleibt: „Ich bin sehr froh, das hier gemacht zu haben.“ Genau deshalb sucht die Tagesstätte des Diakonischen Werks im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck jetzt einen Nachfolger für ihn.

Seit September 2025 unterstützt Emanuel Lührßen das Team der Tagesstätte im Alten Museum in Osterholz-Scharmbeck. Anfang Juli endete sein Bundesfreiwilligendienst. Anfang August beginnt er eine Ausbildung zum Betonbauer. Vor seinem Freiwilligendienst hätte er nicht gedacht, das ihn ausgerechnet die Arbeit mit Menschen so prägen würde. „Vorher konnte ich mit nicht vorstellen, in einem sozialen Beruf zu arbeiten. Aber man lernt fürs Leben“, sagt er.

Sein Arbeitstag begann mit der Morgenrunde. Danach kaufte er frische Lebensmittel ein, denn in der Tagesstätte wird täglich gemeinsam gekocht – das gehört zum therapeutischen Konzept. Emanuel half in der Küche, fuhr Teilnehmende zu Arztterminen oder übernahm Besorgungen. Nach dem Mittagessen brachte er Menschen nach Hause, spielte mit ihnen oder nahm sich Zeit für Gespräche. Zweimal in der Woche war er im Fahrdienst der Tagesstätte eingeplant und fuhr eine größere Tour bis nach Hambergen, Wallhöfen oder Lilienthal.

 

Nähe zum Menschen

Die Tagesstätte begleitet Menschen mit psychischen Erkrankungen dabei, ihren Alltag selbstständiger zu gestalten. Ergotherapie, kochen, Gartenarbeit, Gesprächsgruppen und gemeinsame Projekte geben dem Tag Struktur. Ein multiprofessionelles Team unterstützt die Teilnehmenden dabei, neue Fähigkeiten zu entwickeln und soziale Kontakte zu stärken. Gerade diese Nähe zu den Menschen hat Emanuel überrascht. „Man bekommt hier unglaublich viel Wertschätzung. Das erkennt jeder und das sagt auch jeder“, erzählt er. Oft reiche schon eine kleine Hilfe oder eine gemeinsame Autofahrt, um Dankbarkeit zu erleben. Der Bundesfreiwilligendienst habe seinen Blick auf das Leben verändert. „Es erdet einen wahnsinnig. Man ,merkt, wie gut man es selbst hat.“

Zum Freiwilligendienst gehören auch Bildungsseminare. Dort traf er regelmäßig andere Bundesfreiwillige aus Niedersachsen. Für Emanuel waren diese Wochen ein weiterer Gewinn. „Unsere Gruppe hat einfach gut zusammengepasst. Das nächste Treffen machen wir sogar privat.“

 

Suche nach Nachfolger:in

Nun hofft das Team der Tagesstätte auf eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Bisher blieb die Suche erfolglos. Schon im vergangenen Jahr war Emanuel der einzige Bewerber. Wer einen Führerschein der Klasse B besitzt und gerne mit Menschen arbeitet, findet hier seinen Arbeitsplatz, an dem kein Tag dem anderen gleicht.


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