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Liebe und Kommerz

Warum der Valentinstag eigentlich gar nicht so schlecht ist

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Ein Strauß rote Rosen: der Klassiker am Valentinstag, zumindest für die, die ihn feiern. Viele andere halten sich besonders dann von Blumenläden fern.

Ein Strauß rote Rosen: der Klassiker am Valentinstag, zumindest für die, die ihn feiern. Viele andere halten sich besonders dann von Blumenläden fern.

Foto: Ekaterina Pereslavtseva

Der Valentinstag steht vor der Tür. Blumenläden und Supermärkte bereiten sich auf diesen Tag mit schönen Sträußen und Pralinen vor. Die eigentliche Bedeutung des Valentinstages kennt aber wohl kaum jemand.

„Das ist doch eine Erfindung der USA“, heißt es oft, wenn Leute nach der Herkunft des Valentinstages gefragt werden. Doch der Ursprung geht auf den heiligen Bischof Valentin von Terni zurück. Er soll im 3. Jahrhundert in Rom gelebt haben. Dort machte er es sich zur Aufgabe, Menschen zu trauen, die nach römischem Recht nicht heiraten durften. Laut Mythos schenkte er dem frisch vermähltem Paar Blumen. Valentin wurde für seine Taten auf Befehl des Kaisers am 14. Februar 269 hingerichtet.

Knapp 200 Jahre später führte der damalige Papst Gelasius I. diesen Tag als Gedenktag ein.

 

Wie der Valentinstag nach Deutschland kam

 

Erst ab dem frühen 15. Jahrhundert wurde der Valentinstag dann als Fest der Jugend und der Liebe in England und zu Teilen auch in Frankreich gefeiert. Sogenannte Valentinspaare machten sich kleine Geschenke und schickten sich Gedichte.

Englische Auswanderer:innen nahmen diesen Brauch mit bei ihrer Überfahrt in die Vereinigten Staaten. Die Amerikaner:innen nahmen den Brauch an und machten ihn über die Jahre immer größer. Erst während des Zweiten Weltkriegs kam der Valentinstag dann durch US-Soldaten nach Deutschland. In Nürnberg wurde 1950 der erste Valentinsball gefeiert.

 

Kommerzialisierung der Liebe

 

Wenn man nach guten Gründen für den Valentinstag im Internet sucht, ist die Auswahl ziemlich spärlich. Nach zwei bis drei Beiträgen, die die positiven Seiten des Tages erläutern kommen u.a. direkt „11 gute Gründe, den Valentinstag alleine zu verbringen“ oder „7 gute Gründe, den Valentinstag nicht zu feiern“. Aber warum ist der Tag der Liebe in Deutschland so verpönt? Der Valentinstag wird in Deutschland längst nicht so groß gefeiert wie in den USA, und trotzdem ist er vielen Menschen ein Dorn im Auge. Die Kommerzialisierung der Liebe ist denen, die vermeintlich die wahre Bedeutung der Liebe kennen, nicht recht. Dabei hat doch die Kommerzialisierung die wahre Liebe - die zwischen einander fremden Individuen - erst ermöglicht. Sie sprengte ständische Grenzen und hat damit die unterwerfende Liebe zu König, Gott und Vaterland abgelöst.

Natürlich hat der Valentinstag auch mit Kommerz zu tun. Und auch Blumengeschäfte tragen sicherlich dazu bei, dass mehr gekauft wird, aber ist das wirklich so schlimm? Im Grunde genommen besteht unser ganzes Leben aus Konsum und Kommerz. Zu sagen, dass man zum Valentinstag nichts kaufen soll, ist ungefähr so, als wenn gesagt werden würde: „Kauf keine Geschenke zu Weihnachten, damit steuerst du zum Kommerz bei.“ Oder: „Geh nicht ins Krankenhaus und nimm keine Medikamente! Die böse Medizin-und Pharmaindustrie.“

Und zu sagen, dass man sowieso jeden Tag an die Liebsten denken würde und ein bestimmter Tag Schwachsinn sei, ist auch kein Argument. Denn wenn man mal ehrlich ist, bleibt im Alltag selten Zeit dafür, sich wirklich über die gefundene Liebe zu freuen, sie gar zu feiern. Da kann der Valentinstag als Tag der Liebe durchaus helfen. Und mal ehrlich: Es ist doch auch ein schöner Gedanke, wenn man trotz allem, was sich im Alltag in den Weg der Liebe stellt, einmal die Liebe gewinnen lässt. So ähnlich hat es schließlich auch der Heilige Valentin getan.


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