Janine Girth

Leidenschaft, Herzblut, Beruf - 39. Autobörse versammelte Modelle, Interessierte und Händler

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von Eva Kairies
Osterholz-Scharmbeck. Eiskalter Wind wehte über das Gelände der mittlerweile 39. Autobörse - Was dem Wetter geschuldet war, denn die Autos brachten bei ihrem Anblick die Besucher schnell an ihren Taupunkt. Neues in Form, Farbe und Technik stand bereit aus den Autohäusern des Landkreises, mit den Fahrzeugen eine ganze Armada von Automobilfachleuten, die nichts anderes als Autos im Kopf zu haben scheinen. Wie wichtig die Autobörse mittlerweile für die hiesige Wirtschaft ist, zeigte sich an der Präsenz der Vertreter aus Wirtschaft und Politik zur Eröffnung der Autobörse.
17 Automarken waren vertreten
Hier sprach Frank Spreen als Sprecher der Organisatoren vom Hintergrund der Autobörse: „Autos sind unsere Leidenschaft, unser Herzblut und unser Beruf.“ Die Besucher der Börse wünschten sich ein stets einsatzbereites Fahrzeug, an dem man viel Freude habe. „Natürlich möchten wir heute und morgen gern Autos verkaufen, aber vorrangig möchten wir die Kunden mit den Informationen versorgen, damit sie die für sich richtige Entscheidung treffen können.“ Er freute sich, dass man Kollegen der hiesigen Automobilbranche von insgesamt 17 Automarken akquirieren konnte. „Uns eint, dass wir Ihre Partner vor Ort sein wollen - das ganze Jahr.“ Man erwartete 20.000 Besucher an beiden Börsentagen. Und sie kamen und sahen: Autos in allen Formen und Farben standen dicht an dicht, unverschlossen und damit zum Probesitzen bereit: der vernünftige Familienwagen, der sparsame Zweitwagen, der schön hohe Kompakte zum Altwerden oder der Zweisitzer - mal so elegant wie die Handtasche, die gerade mal noch Platz hat auf dem Lederbeifahrersitz, mal mit Flügeltüren und extrem niedrigen Sitz für auf dicke Hose machen vor den Eiscafés im Sommer (natürlich hat man das nicht nötig).
Womit die Motoren betrieben werden, spielte erst beim zweiten Blick eine Rolle. „Die Dieseldebatte und unterschiedliche Antriebsmodelle prägen die derzeitige Automobilindustrie“, sagte Spreen wenig überraschend. Jede Antriebsart habe ihre Vor- und ihre Nachteile. „Mit kurzfristigen gravierenden Veränderungen müssen wir aber nicht rechnen.“ Eine Versachlichung der Debatte würde viel Verunsicherung im Keime ersticken. Die Auto-Profis in Osterholz einigten sich für die Zukunftsprognose, die länger als einem Autoleben entspräche, auf einen wohl kommenden Mix der Antriebsarten wie Wasserstoff, Verbrenner, Hybrid und Elektro. „Unsere Autos“, sagte Spreen, „sind nur für etwa 15 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Das ist vielleicht zu viel. Dieser Wert sinkt aber durch die neuen Automodelle von Jahr zu Jahr. Man sollte sich die Lust am Autofahren einfach nicht verderben lassen.“
Plus für Elektro
Klaus Sass, stellvertretender Bürgermeister der Stadt, entschuldigte zunächst das Fehlen des Mikros für die Eröffnung: „Es fiel eine Mikroanlage im Weserstadion aus, dafür nahm man uns unsere - man muss Prioritäten setzen“, stichelte er. Sass brachte ein paar Zahlen mit, anhand derer eine positive Entwicklung für die E-Automobilie um 0,2 Prozent seit 2018 gestiegen sei. „Ein Plus von 26 Prozent für Elektroautos.“ 145 E-Autos führen im Landkreis, 2017 seien das gerade mal 17 gewesen. Man merke den Umbruch in der Branche an den Absatzschwächen der Automobilindustrie: Mercedes wies ein Minus von 5,6 Prozent auf, VW gar 7,2 Prozent weniger verkaufte Autos.
In Osterholz-Scharmbeck waren diese Schwächen am Käuferverhalten nicht zu bemerken - die Leute besuchten ihre Autobörse so zahlreich wie in allen Jahren zuvor. „Zum Hineinsetzen und Anfassen ist die Börse da“, sagte Jürgen Beilfuß, der in stoischer Gelassenheit zusah, wie sich zwei junge Männer, weitab vom Wunschklientel eines Autohändlers, feixend in den hübschen rubinroten MX5-Roadster setzten und erstmal die Hupe ausprobierten. „Wir freuen uns immer, dabei zu sein. Denn hier gibt es wirklich viele sehr an Autos interessierte Besucher.“


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