Janine Girth

Leben bis zuletzt - Ausbildungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter

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Ulrich Wahl, Sylvia Best und Maria Hartmann-Mrochen bieten Kurse zum Thema Sterbebegleitung an.  Foto: jm

Ulrich Wahl, Sylvia Best und Maria Hartmann-Mrochen bieten Kurse zum Thema Sterbebegleitung an. Foto: jm

Osterholz-Scharmbeck (jm). Der Ambulante Hospizdienst des Diakonischen Werks in Osterholz-Scharmbeck besteht seit 15 Jahren und begleitet schwer und unheilbar kranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. Ehrenamtliche stehen bereit, um ihnen und ihren Angehörigen diese Zeit erträglicher und würdiger zu gestalten. Im September startet der nächste Ausbildungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter.
„Angefragt wird unser Dienst von Kliniken, Pflegediensten, Pflegeheimen aber natürlich auch von Angehörigen oder Betroffenen selbst“, berichtet Sylvia Best, Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes. Um die Ehrenamtlichen auf ihre Aufgabe vorzubereiten, gibt es jedes Jahr einen Ausbildungskurs unter dem Titel „Verlass mich nicht, wenn ich schwach werde - das Celler Modell in der Sterbebegleitung“.
Am Wochenende vom 13. September starten Dozentin Dr. Maria Hartmann-Mrochen und der ehemalige Pastor Ulrich Wahl in der Pfarrdiele St. Jürgen den dreiteiligen Kurs. Den ersten Teil bildet der theoretische Grundkurs, der an drei Wochenenden jeweils freitags und samstags stattfindet. In den Themeneinheiten geht es etwa um Schmerztherapie, Patientenverfügungen oder die Arbeit eines Bestatters. Frontalunterricht steht hier allerdings nicht auf dem Plan: „Wir vermitteln natürlich Informationen, der größere Teil ist aber die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Sterben. Ich kann nur jemanden begleiten, wenn ich mich selbst damit beschäftigt habe und meine eigenen Gefühle kenne“, erklärt Ulrich Wahl. „Wir arbeiten mit Bildern, Filmen, Musik, Erzählungen, Malerei und theaterpädagogischen Elementen, es gibt überall verschiedene Zugänge. Man merkt, dass das auf unterschiedlichen Ebenen wirkt“, ergänzt Maria Hartmann-Mrochen.
 
Manche werden vom Gefühl überwältigt
 
Die vielen Methodenwechsel sind einer der Grundpfeiler des Celler Modells. Ein anderer ist, dass die Kurse nach Möglichkeit von zwei Dozenten geleitet werden. „Einer von uns ist für die Inhalte verantwortlich, der andere beobachtet die Gruppe und kann vielleicht auch mal mit rausgehen, falls jemand von seinen Gefühlen überwältigt wird. Es hat sich sehr bewährt, diese Kurse zu zweit zu machen“, sagt Ulrich Wahl. Parallel zum Kurs absolvieren die Teilnehmer ein Praktikum, in dessen Rahmen sie einen einsamen Menschen - etwa in einem Pflegeheim - bis zu zwölf Mal besuchen. Diese Besuche in einem Seniorenheim zu machen, sei hilfreich, um die Abläufe schon einmal kennenzulernen, sagt Wahl. Schließlich finde die spätere Begleitung oft dort statt. Auf das Praktikum folgt mit dem Vertiefungskurs ein weiterer theoretischer Teil, ebenfalls an drei Wochenenden.
 
Auch eigene Trauer überwinden
 
Eine spätere Tätigkeit als Sterbebegleiter sei keineswegs Voraussetzung, um am Kurs teilzunehmen, betonen die Dozenten. „Das Praktikum dient auch dazu, herauszufinden, wie so eine Begleitung zeitlich in den Alltag passen könnte.“ Die Teilnahme ist ebenso wenig an die Konfession gebunden. „Das ist kein Bibel-Kurs, auch wenn religiöse Themen natürlich eine Rolle spielen, weil sie in der Begleitung oft angesprochen werden.“ Nicht zuletzt habe der Kurs schon vielen Teilnehmern geholfen, ihre eigene Trauer besser zur verarbeiten.
Wer sich nach dem Kurs für ehrenamtliche Mitarbeit im Hospizdienst interessiert, hat neben der Sterbebegleitung noch weitere Möglichkeiten. „Es gibt zum Beispiel das Trauercafé, unser offenes Angebot“, sagt Sylvia Best. Am 30. Oktober startet außerdem die nächste geschlossene Trauergruppe, in der ehrenamtliche Helfer auch stets willkommen sind. „Da gibt es feste Termine, die man etwas besser planen kann.“
Vor dem Kursbeginn veranstaltet der Hospizdienst drei Info-Abende für Interessierte: am 24. Juni im Anderland in Osterholz-Scharmbeck; am 19. August im Gemeindehaus in Ritterhude; am 21. August im Gemeindehaus in Grasberg. Anmeldungen für die Informationsabende und den Kurs nimmt Sylvia Best unter 04791-13572 oder hospizdienst.osterholz@evlka.de entgegen.


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