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Konjunktur auf niedrigem Niveau

Die wirtschaftliche Lage  hat sich zum Ende des Jahres leicht stabilisiert, bleibt insgesamt jedoch angespannt - so steht es im Konjunkturbericht der IHK Elbe-Weser.

Niedersachsen. Der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen der Unternehmen hat sich zum Jahresende geringfügig verbessert. Hintergrund ist vor allem, dass weniger Betriebe ihre Situation als schlecht bewerten. 25 Prozent sprechen von einer schlechten Geschäftslage, im Vorquartal waren es noch 29 Prozent. Gleichzeitig geben 18 Prozent an, ihre Lage sei gut, zuvor lag der Wert bei 20 Prozent. Mit 57 Prozent beschreibt jedoch weiterhin mehr als jeder zweite Betrieb die Situation als befriedigend oder saisonüblich. Insgesamt verharrt die Konjunktur damit auf einem niedrigen Niveau, so die IHK Elbe-Weser.

 

Ausblick bleibt zurückhaltend

Für die kommenden Monate überwiegt bei den Unternehmen weiterhin Skepsis. Zwar rechnen zwölf Prozent mit einer besseren Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten, nach zehn Prozent im Vorquartal. Gleichzeitig ist der Anteil der Pessimisten auf 31 Prozent gestiegen, zuvor waren es 27 Prozent. Die Erwartungshaltung bleibt damit per Saldo negativ.

Als größte Herausforderungen nennen die Betriebe die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, steigende Arbeitskosten sowie eine zurückhaltende Inlandsnachfrage. Zusätzlich sorgen geopolitische Konflikte für Unsicherheiten im internationalen Handel.

 

Investitionen und Beschäftigung auf niedrigem Niveau

Das Investitionsgeschehen stabilisiert sich laut Bericht auf einem niedrigen Niveau. Ein Viertel der Unternehmen plant höhere Ausgaben, während 28 Prozent ihr Investitionsvolumen reduzieren wollen. Investitionen dienen vor allem der Deckung von Ersatzbedarfen und der Rationalisierung. Gleichzeitig ist der Anteil der Betriebe gestiegen, die wieder in Produktinnovationen und Kapazitätsausweitungen investieren möchten.

Auch bei den Beschäftigungsplänen zeigt sich ein verhaltenes Bild. 17 Prozent der Unternehmen rechnen mit steigenden Beschäftigtenzahlen, zuvor waren es sechs Prozent. Demgegenüber gehen 19 Prozent von einem Rückgang aus. Zum Stichtag 30. Juni waren im Elbe-Weser-Raum 263.004 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 2.281 mehr als Ende Juni des Vorjahres. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren 22.539 Personen arbeitslos gemeldet. Ende Dezember lag die Arbeitslosenquote bei 4,9 Prozent und damit unter dem Landes- und Bundesschnitt.

 

Industrie, Bau und Handel weiter unter Druck

In der Industrie bewerten 16 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 30 Prozent als schlecht. Viele Unternehmen berichten von rückläufigen Umsätzen und einer verschlechterten Ertragslage. Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland bleiben niedrig. Positiv bewertet wird, dass weniger Unternehmen als zuvor mit einer weiteren Verschlechterung rechnen.

Im Baugewerbe zeigt sich das Ausbaugewerbe etwas stabiler, während die Lage im Hochbau durchwachsen bleibt. Jeder fünfte Betrieb spricht von einer guten Lage, 67 Prozent sind zufrieden. Der Ausblick trübt sich jedoch deutlich ein. 37 Prozent erwarten eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung. Hohe Baukosten, Finanzierungsprobleme sowie die schwache Inlandsnachfrage gelten als zentrale Belastungsfaktoren.

Der Handel bleibt insgesamt in einer schwierigen Situation. Zwar hat sich die Stimmung im Einzelhandel leicht verbessert, dennoch bewerten weiterhin mehr als die Hälfte der Betriebe ihre Lage als schlecht. Die Konsumneigung der Kunden hat sich erneut abgeschwächt, Umsätze und Erträge bleiben gering. Der Ausblick für die kommenden Monate ist sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel überwiegend pessimistisch.

 

Dienstleister zwischen Stabilität und Vorsicht

Im Dienstleistungssektor kommen positive Signale vor allem aus dem Finanzbereich. 28 Prozent der Dienstleister bewerten ihre Lage als gut, 51 Prozent als zufriedenstellend. Für die kommenden Monate rechnen 18 Prozent mit einer günstigeren Entwicklung, 21 Prozent mit einer Verschlechterung. Die Mehrheit geht davon aus, dass sich die bisherige Entwicklung fortsetzt. Auch hier zählen steigende Arbeitskosten sowie Arbeits- und Fachkräfteengpässe zu den größten Sorgen der Unternehmen.


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