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Kitzrettung mit der Drohne

Landkreis (pvio). Jedes Jahr kommt es zu Schreckensbildern auf heimischen Wiesen: Ein Mähdrescher hat ein junges Rehkitz erwischt. Im Landkreis hilft nun eine Drohne dabei, solche Unfälle zu verhindern.

Bild: Patrick Viol

„Dafür allein hat es sich doch schon gelohnt, früh aufzustehen“, sagt Kai Bäker, Leiter des Hegerings 6, der seit drei Jahren vor der Mahd mit einer Drohne Wiesen in Wallhöfen und Vollersode abfliegt, während er ein gerettetes Kitz betrachtet. Jede Saison werden ca. 800 ha abgeflogen.
Zur Kitzrettung haben sich im Landkreis vier lokal ansässige Landwirte mit der Jägerschaft zusammengetan und eine Drohne angeschafft.
Damit so viele Kitze wie möglich gerettet werden können, muss die Drohne im Morgengrauen starten. Die sucht nämlich mit einer Wärmebildkamera nach den Kitzen, die mit zunehmender Temperatur schwerer zu finden sind.
Nach dem das erste Kitz unter einem Wäschekorb gesichert ist, sagt Bianca Wendelken-Osterloh, die Naturschutzobfrau der Jägerschaft Osterholz-Scharmbeck: „Für mich ist diese Aktion ein Paradebeispiel, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern funktionieren und sehr effektiv sein kann.“
Zudem hätten Maschinen führende Landwirt:innen und die Jägerschaft eine Hegeverpflichtung für einen gesunden und artenreichen Wildbestand.
Nachdem gemäht wurde, wird das Kitz freigelassen. Nur kurze Zeit später holt die Ricke ihr Kitz ab und säugt es.
„Was mich wirklich begeistert, ist, dass man eine große Fläche so schnell absuchen und das Ausmähen von Kitzen so drastisch reduzieren kann“, Wendelken-Osterloh. „Es war wirklich ein ganz besonderer Tag.“
Auch wer über keine Drohne verfügt, könne gut mit alternativen Vergrämungsmaßnahmen arbeiten. Es reiche ein flatterndes Baustellenband an einer angespitzten Latte oder ein daran fixiertes Duschradio, das am Abend vor der Mahd auf die Flächen ausgebracht wird. Das veranlasst die Ricke dazu, ihre Kitze über Nacht aus dem Feld zu führen. Immerhin ließen sich dadurch schon ca. 50 % der Kitze retten.
Wendelken-Osterloh empfiehlt zudem einen Sensor am Mähwerk, der es automatisch aushebelt oder einen Kitzretter, der ein Piepen von sich gibt, um liegendes Wild aufzuschrecken. Der wird am Mähwerk oder an einem Zwischenrahmen montiert.


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