

Landkreis Osterholz (red). Sie reinigen Büros, Schulen und Altenheime: Im Landkreis Osterholz arbeiten rund 130 Menschen in der Gebäudereinigung. Zum Tag der Gebäudereinigung am Montag, 15. Juni, fordert die IG BAU mehr Anerkennung und bessere Löhne für die Beschäftigten.
Im Reinigungsgewerbe im Landkreis Osterholz arbeiten nach Angaben der IG BAU rund 130 Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger. Die Gewerkschaft nimmt den Tag der Gebäudereinigung am Montag, 15. Juni, zum Anlass, einen „Respekt- und Lohn-Schub“ für die Branche zu fordern. Es gehe um mehr Anerkennung und um ein gutes Auskommen – auch mit Blick auf die spätere Rente.
„Bei den Beschäftigten ist längst nicht alles im Reinen: Oft fehlt es am Respekt für ihre Arbeit. Und immer hapert es am Geld: Wer schrubbt, saugt und den Müll der anderen wegräumt, hält zwar alles am Laufen, verdient aber meistens nur einen Niedriglohn. Spätestens mit der Rente droht dann Armut im Alter“, sagt Inge Bogatzki von der IG BAU Land Bremen und Umzu.
Warnung vor Altersarmut
Nach Einschätzung der Gewerkschaft reichen die Einkommen in der Gebäudereinigung häufig nicht aus, um im Alter eine auskömmliche Rente zu sichern. „Wer ein Leben lang dafür sorgt, dass die anderen ein ‚sauberes Leben‘ haben, der darf am Ende nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein“, so Bogatzki.
Eine Gebäudereinigerin mit Vollzeitstelle müsste beim derzeit in der Branche üblichen Lohn nach Berechnungen der IG BAU rein rechnerisch mehr als 70 Jahre arbeiten, um auf die Höhe der Durchschnittsrente zu kommen. „Reinigung und Rente – das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis. Krasse Lohnunterschiede sind allerdings ein Risiko für den Zusammenhalt in der Gesellschaft – und Niedriglöhne damit sozialer Sprengstoff“, warnt Bogatzki.
Appell an Politik und Betriebe
Die Vorsitzende der IG BAU Land Bremen und Umzu richtet deshalb einen Appell an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Landkreis Osterholz und der Region. Sie sollten bei der anstehenden Rentenreform gegensteuern. „Wer ein Berufsleben lang Flure wischt, Fenster putzt und Toiletten sauber hält, hat es verdient, im Alter von der Rente in Würde leben zu können“, fordert Bogatzki.
Zugleich blickt die Gewerkschaft auf die kommende Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk. Dort müsse es für die Beschäftigten ein „kräftiges Lohn-Plus“ geben. „Darauf sollten sich die 13 Gebäudereinigungsunternehmen im Landkreis Osterholz schon einmal einstellen“, sagt Bogatzki. Die IG BAU beruft sich bei den Angaben zu Beschäftigten und Betrieben auf Zahlen der Arbeitsagentur.



