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Limo

Kampfkunst für Kinderschutz

Die Kampfkünstler:innen um Peter Böschen, Marco Gevatter und Timo Schröder sammelten mit ihrer Traditionsspendenveranstaltung in der Sporthalle der BBS Gelder für Kinder mit Missbrauchserfahrungen.

Organisatoren Peter Böschen, Marco Gevatter (v. li.) und Timo Schröder (re) mit Rainer Rettinger, Geschäftsführer Deutscher Kinderverein e.V..

Organisatoren Peter Böschen, Marco Gevatter (v. li.) und Timo Schröder (re) mit Rainer Rettinger, Geschäftsführer Deutscher Kinderverein e.V..

Bild: Limo

Osterholz-Scharmbeck. „Budo“ gilt als Sammelbegriff aller asiatischen Ritterkünste. „Do“ bedeute dabei so viel wie „der Weg“, erläutert Peter Böschen von den Budo-Sportlern. Einen Weg beschreiten der Kampfkünstler und seine Kollegen Marco Gevatter und Timo Schröder auch und zwar seit einigen Jahren gemeinsam mit dem Deutschen Kinderverein, um Kinder gegen Kindesmissbrauch. Bereits zum achten Mal organisieren die Ehrenamtlichen das Spendenevent „Budo-Sportler mit Herz“ in der Sporthalle der BBS. Seit 2014 kommen dort Kampfkünstler:innen aus ganz Deutschland zusammen, um einen ganzen Tag ihre Kampfsportarten zu zeigen und mit über 200 Interessierten auszuprobieren. Innerhalb der letzten Jahre sammelte man so mehr als 85.000 Euro gegen Kindesmissbrauch.

 

Soziales Kompetenztraining

 

„Mit dem Sporttag möchten wir etwas für die Kinder tun, denen es in der Gesellschaft nicht so gut geht“, erklärt Organisator Marco Gevatter. So gehe es auch in den Kampfkünsten darum, die Kleinen stark zu machen. „Kampfsport ist eine Art soziales Kompetenztraining, bei dem die Kinder lernen, ein Selbstbewusstsein zu entwickeln“, so der Buschhausener Trainer. Am vergangenen Samstag steht in der Mitte der Halle deshalb eine große Übungsfläche für Kinder bereit - parallel dazu präsentieren Karate-, Krav Maga-, Taekwondo- und Ju Jitsu-Meister:innen ihre Künste. Immer wieder würden dabei auch ältere Kämpfer:innen vorbeischauen, die dann spontan eine Aktion anleiten, berichtet Gevatter begeistert.

 

Ausbau der Auberge

 

„Nach der Veranstaltung ist dabei vor der Veranstaltung“, bemerkt der Organisator weiter, sodass man sich schon jetzt der Planung für das kommende Jahr widme. Der Kampf um Sponsoren wird dabei immer schwerer. Trotzdem geben Marco und sein Team nicht auf. „Es ist jedes Jahr toll zu sehen, wie unsere ganzen Mannschaften mitanpacken“, resümiert der Trainer. Über die Jahre hinweg sei man zu einer großen Budo-Familie zusammengewachsen. Die Erlöse des Sporttages setzen sich am Ende aus Teilnahmespenden, Essensverkauf sowie Geldern externer Sponsoren zusammen. „Die gesammelten Spenden investieren wir in den Ausbau der Auberge - ein geschützter Zufluchtsort für Kinder, die körperliche Misshandlung oder seelische Gewalt erfahren haben“, berichtet Rainer Rettinger, Geschäftsführer des deutschen Kindervereins. Das Barockhaus in Bad Karlshafen diene dabei als Urlaubsort für Familien, die traumatisierte Kinder bei sich aufgenommen haben. „Insgesamt versteht sich unser Verein als Denkfabrik des kinderzentrierten Kinderschutzes“, so Rettinger weiter. Um Vernachlässigung und Missbrauch zu verhindern, arbeite man deshalb mit der medizinischen Wissenschaft und Politik.

 

Ehrenamtliche stets gesucht

 

Um gezielte Projekte zu fördern, bedarf es jedoch der kontinuierlichen Unterstützung von außen. Umso mehr freut sich Geschäftsführer Rettinger, dass der Sporttag der Budo-Kämpfer:innen bereits in die achte Runde geht. „Eine solche ehrenamtliche Veranstaltung verdient meinen größten Respekt“, lobt er. Denn besonders in Zeiten steigender Kosten komme es immer seltener zu nachhaltigen Kooperationen. Anders sei das bei Marco Gevatter und seinem Team. „Hier wissen wir, dass den Worten auch wirklich Taten folgen“, stellt Rettinger fest. Wer selbst Ideen für eine Spendenveranstaltung hat oder im nächsten Jahr mit dabei sein möchte, erreicht die Kampfkünstler:innen unter der Adresse www.budo-sportler.de und findet den Kinderverein auf der Seite www.deutscher-kinderverein.de.


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