Janine Girth

Interakive Erkundungstour - Gemeinsam voneinander lernen

Bilder
Robin Naumann, Bufdi der Flüchtlingshilfe (li.) und Julia Hostrup, Bufdi beim Jugendhaus Pumpelberg (re.), erkunden gemeinsam mit Annette Otto von der VHS die neue interaktive Tour.  Foto: mf

Robin Naumann, Bufdi der Flüchtlingshilfe (li.) und Julia Hostrup, Bufdi beim Jugendhaus Pumpelberg (re.), erkunden gemeinsam mit Annette Otto von der VHS die neue interaktive Tour. Foto: mf

Osterholz-Scharmbeck. „Zu aller erst haben wir die Sprachschüler gefragt: Was sind hier die wichtigen Orte?“ Seit Anfang des Jahres arbeitet die VHS nun schon zusammen mit den Sprachlernschülern, die derzeit Deutsch lernen, an den interaktiven Touren durch die Stadt, welche mit dem Smartphone abgerufen werden können. Nun ist eine weitere fertiggestellt worden, mit der der Campus rund um Bildungshaus, Bibliothek und Allwetterbad erforscht werden kann.
Zusammen voneinander lernen, das war das Ziel, das für Dr. Ulrike Baumheier, Projektleiterin, Annette Otto, pädagogische Mitarbeiterin der VHS und den Medienpädagogen Patrick Jäkel schon von Beginn an im Raum stand: Die Geflüchteten sind oft jünger und können darum mit technischem Knowhow helfen, während die ehrenamtlichen Helfer, die sich im Bildungshaus und der VHS engagieren, ihr Wissen über die Sprache und Osterholz-Scharmbeck mit einfließen lassen können.
Viel voneinander gelernt
Wichtig bei dieser Kooperation war den Initiatoren auch, dass die Sprachschüler selbst die Themen und Fragen aussuchen und in den Führungen so ihren Schwerpunkt auf das legen, was ihnen wichtig ist. Beide Seiten hätten während der Zusammenarbeit „unwahrscheinlich viel“ voneinander gelernt, ob über Umgebung, Technik oder Sprache. Bereits durch das Projekt LINES (Lokales Inklusionsnetzwerk zur Werte und Normenbildung in Schulen) entstand eine interaktive Führung durch die Innenstadt von Osterholz-Scharmbeck, auch eine Tour durch das Lernhaus und eine weitere zwischen den beiden Standorten der Berufsbildenden Schulen können bereits gespielt werden.
Spielend Deutsch lernen
„Wir haben neue Formen gesucht, um Deutsch zu lernen“ sagt Baumheier, und dabei stießen sie schnell auf das in Berlin ansässige Start-Up „Actionbound“, mit welchem jene interaktiven Touren sehr einfach und für erschwingliches Geld (für Privatpersonen sogar komplett kostenfrei) erstellt werden können. Dabei läuft jede Tour sehr ähnlich ab. Eine Strecke in einem beliebigen Gebiet wird abgelaufen, wobei hier immer wieder Fragen und Aufgaben eingestreut werden, um Punkte zu sammeln. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, landet nicht nur ganz oben auf der Bestenliste, sondern hat gleich noch etwas über die Umgebung dazu gelernt. So gab es bei der vorgestellten Tour nicht nur Fragen dazu, wie viele Medien aktuell in der Stadtbibliothek ausleihbar sind oder wie warm die Wassertemperatur im großen Becken des Allwetterbades ist, sondern auch dazu, wie man sich auf dem Gelände orientieren kann.
Gemeinsam etwas erreicht
Denn nicht nur die Sprachschüler selbst konnten von den Touren profitieren, auch neue Schüler und interessierte Eltern können so in Zukunft mehr über das Gelände der Schule und ihre Umgebung erfahren. Auch auf der Jahresgesamtkonferenz von „Niedersachsen packt an“ wurde das Projekt vorgestellt, dort fanden sich gleich viele Interessierte, die sich näher über die Methode informieren wollten. „Im Endeffekt können wir ganz zufrieden sein, was hier gemacht wurde“, findet Annette Otto und blickt mit der Projektleiterin auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Um das Projekt im gewünschten Umfang umzusetzen, wurde es vom Niedersächsischem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Wer die interaktiven Touren selbst testen möchte, kann sich die kostenlose App „Actionbound“ auf sein Smartphone laden und dort nach „Osterholz“ suchen - und schon kann die interaktive Erkundungstour losgehen.


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