

Landkreis Osterholz.Die zwei Tischler-Gesellinnen und fünf Tischlergesellen absolvierten ihre Ausbildung in Betrieben im Landkreis und besuchten begleitend die Berufsbildenden Schulen (BBS Osterholz). Ihre Möbelstücke – Schränkchen, Sideboards und Vitrinen sowie eine Haustür – stellen gewissermaßen den krönenden Höhepunkt ihrer Ausbildung dar und zählen auch für die Bewertung ihrer Abschlussprüfung. Nicht nur diese hölzernen Endergebnisse sind im Kreishaus ausgestellt, sondern auch vorbereitende Arbeiten, wie die zugehörigen Arbeitsablaufpläne Materiallisten und Zeichnungen.
Alle sieben haben erfolgreich bestanden
Während der Ausstellungseröffnung freute Landrat Bernd Lütjen sich über die Ausstellung als neuen Blickfang im Foyer des Kreishauses. „Es ist beeindruckend. Wenn man die Pläne sieht, staunt man, was daraus erwachsen konnte“, so der Landrat.
Er hoffte, dass die jungen Leute nun ihr Glück in die Hand nehmen und vielleicht eines Tages die Meisterprüfung ablegen und sich selbstständig machen.
Gesellenstücke finden echte Verwendung
Eine imposante, schwere Haustür baute beispielsweise Fiona Diener, die ihr Handwerk bei der Innungstischlerei Mangels, Ostertimke, lernte. Zu der Tür mit eingefassten Bögen und Glaselementen gehören noch zwei Seitenflügel, erzählte sie. Tür und Seitenflügel werden in Kürze ihr Elternhaus zieren. Die junge Frau überlegt, die Tischlerausbildung als Grundlage für ein Hochschulstudium zu nutzen.
Auch Marieke Lütjen, die ihre Ausbildung bei der Tischlerei XYLO in Hambergen absolvierte, hat eine echte Verwendung für ihr Gesellinnenstück, einem Sideboard in Ahorn, gebeizt und lackiert.
Den Gesellenstücken sind nur wenige Vorgaben gegeben, wie Schlösser und Schlüssellöcher oder bei den Möbeln die Integration von Auszügen. Darüber hinaus kann frei kreiert werden, so dass Sideboards, Schränkchen und Vitrinen durchaus einrichtungstauglich sind und dem Zeitgeschmack entsprechen.
Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“
Die vier frischgebackenen Gesellen der Tischlerinnungs-Betriebe wurden im Rahmen der Veranstaltung mit besonderer Spannung bedacht, denn sie stellten sich neben der Ausstellung auch dem Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“.
Exzellent gestaltete Gesellenstücke werden von einer Experten-Jury ausgewählt, um zunächst auf Landes- und schließlich auf Bundesebene mit den Arbeiten ausgelernter Handwerkslehrlinge anderer Regionen zu konkurrieren.
Timm Helmke, Abteilungsleiter Handwerk und Gewerbe an der BBS und Mariella Prock, Kreishandwerkerschaft Osterholz, zuständig für die Lehrlingsrolle, kürten zwei der Innungsgesellenstücke und ihre Hersteller mit Urkunden. Dabei handelt es sich um zwei Sideboards, eins von Johannes Knape von der Möbel- und Bautischlerei Rosebrock und eins von Kevin Joel Bohling von der Tischlerei Bohling.
Die jungen Tischlergesellen ziehen eine Runde weiter in den Landeswettbewerb Niedersachsen/Bremen, der im Rahmen der Verbrauchermesse „infa“ in Hannover stattfindet.
Bleibt also, Daumen zu drücken, dass der Tischlernachwuchs aus der Region den Schritt in den Bundeswettbewerb, der jährlich wechselnd in Hannover auf der Weltleitmesse LIGNA oder in München auf der Internationalen Handwerksmesse stattfindet, schafft.
Geld und Sachpreise winken den drei besten sowie den Sonderpreisträgern „Beschlag“, „Massivholz“ und „Oberfläche“. Ein Publikumsliebling wird ebenfalls ausgewählt. Der Beste findet Aufnahme in das Begabtenförderungsprogramm des Handwerks.



