

Worpswede. Glocken prägen seit Jahrhunderten unsere Rhythmen und Rituale: Sie rufen zur Feuer und Andacht, warnen aber auch und disziplinieren. In „Ceremony“ zieht Martina Morger am Samstag, 31. Oktober, in einem goldenen, mit zahlreichen Glocken besetzten Kostüm durch Worpswede und versetzt den öffentlichen Raum mit jedem Schritt in Schwingung. Um 16 Uhr setzt sich die multimediale Künstlerin an der Zionskirche in Bewegung und zieht durch die Bergstraße, bis sie gegen 16.30 Uhr ihre Prozession mit einem kleinen Empfang and er Großen Kunstschau abschließt. So entsteht für rund 30 Minuten eine bewegte Klangspur durch de Ort.
Im Jahr 1900 erlaubten sich die jungen Künstlerinnen Paula Becker und Clara Westhoff einen folgenreichen Streich: Sie läuteten unerlaubt die Glocken der Zionskirche. Das Läuten wurde als Feueralarm verstanden. Als Konsequenz mussten die beiden Künstlerinnen Teile des Kircheninnenraums gestalten – Arbeiten, die dort bis heute zu sehen sind. 126 Jahre später greift die Performance „Ceremony“ diese beliebte Geschichte wieder auf. Die eigens für Worpswede weiterentwickelte Performance verbindet lokale Geschichte mit christlichen wie heidnischen Formen der Prozession und verwandelt den alltäglichen Gang durch Gold und Ornamente in eine süß klingende Einordnung von Raum.
Diese Performance entsteht in Zusammenarbeit mit den Künstlerhäusern Worpswede und wird unterstützt durch den Worpsweder Museumsverbund und den Förderverein kukuwi. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Liechtenstein produziert.
Weitere Informationen gibt es unter worpswede-museen.de und martinamorger.com.




