Patrick Viol

Gewerkschaft NGG kritisiert Lohnlücke

Landkreis (eb). Die Gewerkschaft NGG kritisiert, dass Frauen im Kreis Rotenburg 520 Euro weniger als Männer verdienen.

Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den Kürzeren: Frauen, die im Kreis Rotenburg eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 520 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zum Internationalen Frauentag am 8. März hingewiesen. Die NGG beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen im Kreis Rotenburg an der Wümme aktuell bei 2.535 Euro im Monat - Männer mit der gleichen Arbeitszeit kommen auf 3.054 Euro. Das macht einen Unterschied von 17 Prozent.
Nach Einschätzung des Gewerkschafters Steffen Lübbert von der NGG-Region Lüneburg dürfte der tatsächliche „Gender Pay Gap“, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, im Kreis Rotenburg bei deutlich über 17 Prozent liegen. „Bezieht man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung ein, wird die Kluft noch größer. Denn hier arbeiten mehr Frauen als Männer. Zugleich sind die Löhne im Schnitt deutlich niedriger“, sagt der NGG-Geschäftsführer. Das zeige sich gerade im Gastgewerbe: Nach Angaben der Arbeitsagentur werden im Kreis aktuell 69 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in der Branche von Frauen erledigt. „Hinzu kommt, dass noch immer zu viele Frauen zu Hause bleiben - nicht zuletzt auch, weil das Ehegatten-Splitting bei der Steuer die Rollenteilung verstärkt“, so Lübbert. Die NGG fordert die Unternehmen auf, die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. „Statt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag brauchen wir einen gesetzlichen Anspruch auf gleiches Geld für gleichwertige Arbeit, der Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt werden muss. Alles andere ist im Jahr 2020 von vorgestern“, so Lübbert.


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