Alfons Volmer

Geduld und Zufall: Vogelmuseum suchte schönste Tier- und Naturfotos

Osterholz-Scharmbeck. 60 Fotografierende haben beim vom Vogelmuseum veranstalteten Fotowettbewerb 120 Tier- und Naturfotografien eingereicht. Nun wurden die Sieger:innen bekannt gegeben.

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Auch wenn laut Tucholsky „ein Bild mehr als tausend Worte sagt“, verzichtete Museumsleiter Norbert Nowka nicht darauf, am frühen Abend die 35 Gäste im sorgfältig vorbereiteten Mehrzweckraum mit einer kurzen Ansprache zu begrüßen: „Die Teilnehmenden haben es der vierköpfigen Jury wahrlich nicht leicht gemacht. Fotografie ist durchaus eine Kunstform, aber gerade die Tierfotografie ist grundsätzlich nicht künstlich oder gestellt, sondern vielmehr auf den ganz besonderen Moment ausgerichtet. Neben der regionalen Themenvorgabe waren daher eine natürliche Ausstrahlung und Authentizität der Bilder die wesentlichen Bewertungskriterien“, so Nowka. Diese Fotografie kombiniere Emotionen, Impressionen, Knowhow und sowohl Planung als auch Zufall.
 
Hammeniederung und Moor
 
Den dritten Platz in der Kategorie „Hammeniederung und Moor“ belegte Maren Gerstung mit dem Bild „Die Hammewiesen“. Sie betonte, wie sehr sie dieses Motiv in ihren Bann gezogen habe. Nowka erklärte, dass die eingefangene Weite und Schönheit der
Landschaft die Jury überzeugt habe. Der ebenso ausgezeichnete Rudolf Kretschmann kommentierte sein Foto „Moor im Frühsommer“ damit, dass er „sehr , sehr lange auf dieses Foto gewartet“ habe. Die Jury belohnte seine Geduld mit dem zweiten Preis. Der Große Brachvogel im Bild “Morgenstimmung“ von Stefan Seeger machte schließlich das Rennen. Den ersten Preis nahm stellvertretend für ihn seine Lebensgefährtin und Cofotografin Stefanie Lehne entgegen. Sie erläuterte: „Der Große Brachvogel wird - wie viele andere Vögel auch - oft übersehen, aber wir kennen seinen Standort und waren in Tarnkleidung unterwegs. Wichtig ist immer, die Tiere in ihrem Lebensraum nicht zu stören. Daher sind zudem ausreichender Abstand und möglichst wenig Bewegung unabdingbar.
„Nowka ergänzte: „Der Große Brachvogel ist als stark bedroht eingestuft und steht nahezu auf allen mitteleuropäischen Roten Listen. Er kann durchaus als ornithologisches Wahrzeichen unserer Region angesehen werden und hat somit auch zu Recht den ersten Platz erklommen.“
 
Niedersächsisches Wattenmeer
 
In der Kategorie „Niedersächsisches Wattenmeer“erreichte Rainer Junker mit seinem Schwarm „Austernfischer“ den dritten Platz. Jury und auch Betrachter:innen bewunderten die - trotz der unzähligen abgebildeten fliegenden Vögel - klare Komposition und durchgehende Schärfentiefe des Fotos. Volker Hahlbeck präsentierte sein Werk „Watt‘n Ausritt“ als gelungenes Titel-Wortspiel und dramatisches Schwarz-Weiß-Bild. „Es regnete und wir haben dann darauf gewartet, dass endlich die Sonne durch die Wolken bricht“. Ausharren bei schlechtem Wetter und Auslösen im richtigen Augenblick brachten ihm den zweiten Preis ein. Siegerin Marion Bünning war eigentlich wegen der zwei Küken eines Säbelschnäblers auf Pirsch, aber dann reichte sie doch das spontan entstandene Foto ein, auf welchem dieser gerade einen Krebs erbeutet. Das Bild überzeuge durch die dynamische Umsetzung eines sehr kurzen Augenblicks.
Alle Fotos werden auf den beiden neuen Großbildschirmen allen Museumsgästen präsentiert. Die Umweltbiologin und Initiatorin der Veranstaltung Sabrina Weritz kündigte einen weiteren Fotowettbewerb für den Frühsommer 2023 an.


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