Harry Czarnik

Geburtstags-Matinee in der schatulle - Lieblingsbücher aus 40 Jahren

Osterholz-Scharmbeck. Zum 40. Geburtstag hatte man sich in der schatulle den Leiter des Hamburger Literaturhauses, Rainer Moritz, eingeladen, der selbst auch als Autor tätig ist. In einer Matinee-Veranstaltung stellte er jetzt seine Lieblingsbücher aus den vergangenen 40 Jahren vor.
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Sabine und Ute Gartmann, Inhaberinnen der Buchhandlung „die schatulle“, stellen ihren Gast Rainer Moritz vor (v. re.), der Bücher aus 40 Jahren präsentierte.  Foto: hc

Sabine und Ute Gartmann, Inhaberinnen der Buchhandlung „die schatulle“, stellen ihren Gast Rainer Moritz vor (v. re.), der Bücher aus 40 Jahren präsentierte. Foto: hc

Eineinhalb Stunden nahm sich Rainer Moritz Zeit, um nach eigenen Worten im „Schnelldurchlauf durch 40 Jahre deutsche Literatur“ zu führen. „Ich werde versuchen, es etwas kompakt zu machen“, stellte er den etwa 60 erschienenen Besuchern in Aussicht. Allerdings nahm er in seinen Ausführungen auch ausgiebig Stellung zu aktuellen Veröffentlichungen, bei denen sich Schauspieler mit ihren Memoiren vorstellen, oder sich gerne auch als Roman-Autoren versuchen. Was einst mit Hildegard Knefs Buch vom geschenkten Gaul begann, hat sich mittlerweile auch bei zeitgenössischen Mimen etabliert. Ein Umstand, der Moritz zu einem rhetorischen Seitenhieb veranlasste. Diese Entwicklung sei eine erschreckende Tendenz, stellte er fest, und die Werke seien teilweise auch von erstaunlicher Schlichtheit.
Zum eigentlichen Thema zurückkommend, stellte Moritz auf humorvolle Art und Weise diverse Bestseller der jeweiligen Jahre und ihre Autoren vor. Er zog Rückschlüsse auf den Zeitgeist, der sich beispielsweise in den 1980er Jahren als Friedensbewegung in der Literatur widerspiegelte, und zeigte auf, nach welchem Muster heute einige erfolgreiche Bücher gestrickt sind. Nazis, Sex, Tiere und Kinder seien die Themen, um ein Buch erfolgreich zu machen, so seine These.
Erläuternd folgte der Vortrag einer drastischen Szene zwischenmenschlicher Begegnung, der man den wenigen anwesenden Jugendlichen gerne erspart hätte, der ansonsten aber für Heiterkeit bei den meisten Besuchern sorgte. Nach drei Gedichten unterschiedlicher Couleur von Christian Maintz endete die Matinee. Im Anschluss bekamen die Besucher die Möglichkeit, die Veranstaltung bei einem Small-Talk mit dem Protagonisten ausklingen zu lassen.


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