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Frauen in Führungspositionen: Die Besten vereinen Geschäftsführerin Ulrike Schrage

(cne). Ulrike Schrage leitet die Schrage Metallspritz- und Schweißtechnik. Uns erzählt sie, wie es dazu kam und was sie von einer Frauenquote und Geschlechterparität hält.

Will, dass sich ihre MItarbeiter:innen im Unternehmen wohlfühlen: Dipl.-Volkswirtin Ulrike Schrage.

Will, dass sich ihre MItarbeiter:innen im Unternehmen wohlfühlen: Dipl.-Volkswirtin Ulrike Schrage.

Seit nunmehr 13 Jahren steht Ulrike Schrage an der Spitze der 1977 von ihrem Vater, dem Diplomingenieur Otto Schrage gegründeten Schrage Metallspritz- und Schweißtechnik.

„Ich bin für diese Position im Grunde nicht herangebildet worden“, sagt die Diplom-Volkswirtin mit einem Lachen. Ihr Vater habe noch an einem patriarchalischen Weltbild festgehalten. Als die gesundheitliche Situation ihres Vaters es jedoch erforderte, sich um die Nachfolge im Unternehmen zu kümmern, ging plötzlich alles sehr schnell, erinnert sich die Unternehmerin. „Kaum hatten wir begonnen, uns über das Thema zu unterhalten, verstarb mein Vater für uns völlig unerwartet am 1. Januar 2009. Zum Glück hatte er bereits vorher einen Geschäftsführer eingestellt, sodass es erst einmal weitergehen konnte.“

 

Die Besten vereinen

 

Obwohl Ulrike Schrage zunächst aus familiären Gründen in Nordrhein-Westfalen blieb, kam sie nun wöchentlich für mehrere Tage nach Osterholz-Scharmbeck, um sich in die Unternehmensleitung einzuarbeiten. „Zuerst nahmen mich die beiden Geschäftsführer an die Hand und zeigten mir, wie hier der Hase läuft. Mit der Zeit marschierten wir dann auf gleicher Höhe und jetzt bin ich es, die vorangeht“, beschreibt Ulrike Schrage den Wandel der letzten 13 Jahre. Lutz Kühn, der seit 40 Jahren im Unternehmen ist und ebenfalls die Position eines Geschäftsführers der Schrage Metallspritz- und Schweißtechnik innehat, steht ihr dabei zur Seite.

Einer ihrer Geschäftsführer-Kollegen habe ihr klargemacht, dass „die Kuh nur unter den Augen ihres Besitzers“ fett werde, sie also als Unternehmerin vor Ort zu sein habe. „Als meine Kinder nun die Schule in Nordrhein-Westfalen abgeschlossen und ihr Studium aufgenommen hatten, war es für mich an der Zeit, die Zügel ganz in die Hand zu nehmen“.

Was ihr an technischem Fachwissen abgeht, ersetzt sie durch Wissensdurst und Mitarbeiter:innen, die das Wissen haben. „Ich muss nicht in allem die Beste sein, aber ich muss lernen, die Besten zu vereinen“, lautet ihre Devise.

 

Keine Quoten

 

Von „Frauenquoten“ und dem Druck, unter allen Umständen eine Geschlechterparität in ihrem Unternehmen oder sogar in der Gesellschaft herzustellen, hält Ulrike Schrage nichts. Vielmehr ist sie davon überzeugt, dass diejenige Person auf eine Position gehört, die sie am besten ausfüllt. In dem von ihr geleiteten Unternehmen setzt sie daher auf Zuhören und miteinander reden. Ihre Mitarbeiter:innen sollen sich bei ihr und im Unternehmen wohlfühlen. „Wir sind wirtschaftlich gut aufgestellt, suchen sogar wieder verstärkt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch in der Ausbildung wollen wir dafür sorgen, unseren Personalbedarf möglichst aus den eigenen Reihen zu decken und bieten jungen Menschen die Möglichkeit, interessante Berufe in einem zukunftsweisenden Unternehmen zu erlernen“.

 


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