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Es brodelt weiter auf der Wulfsküche

Die aus Sorge um das Bauvorhaben „Auf der Wulfsküche“ gegründete Bürgerinitiative lud zur öffentlichen Podiumsdiskussion mit Parteivertretern ein. Manche teilen die Sorge der Anwohner.

Diskutierten vor vollem Saal: Wilfried Pallasch von der Bürgerfraktion, Brigitte Neuner-Krämer als Vertreterin der Grünen, der SPDler Werner Schauer und Linke-Politiker Herbert Behrens.

Diskutierten vor vollem Saal: Wilfried Pallasch von der Bürgerfraktion, Brigitte Neuner-Krämer als Vertreterin der Grünen, der SPDler Werner Schauer und Linke-Politiker Herbert Behrens.

Scharmbeckstotel. Im Osterholzer Stadtteil Scharmbeckstotel zeigt sich nach wie vor Widerstand gegen das Bauvorhaben „Auf der Wulfsküche“. Als Reaktion auf das Projekt des Großinvestors Koenen gründete man deshalb vor einigen Monaten die Bürgerinteressengruppe BIG SchaSto, die nun zum Gespräch mit Politikern der Fraktionen des Stadtrates geladen hat. Den Weg in die Scharmbeckstoteler Grundschule finden neben Wilfried Pallasch von der Bürgerfraktion der SPDler Werner Schauer, Brigitte Neuner-Krämer als Vertreterin der Grünen und Linke-Politiker Herbert Behrens.

Alle Fraktionen habe man bereits vor zwei Monaten zur Podiumsdiskussion eingeladen, berichtet Helma Schröder von BIG SchaSto. „Darunter auch die CDU, von der wir kürzlich die Rückmeldung erhalten haben, dass man keinen Vertreter schicken könne.“

Für die Podiumsteilnehmer hatte man acht Fragenkomplexe aus den Fragen der BürgerInnen zusammengestellt.

 

Bauvorhaben vergrößert

 

Zunächst widmet man sich der Frage, warum das Unternehmen Koenen nun ein größeres Bauvorhaben realisieren wolle als ursprünglich vorgesehen. „Schließlich ist Scharmbeckstotel kein Kerngebiet, sondern hat eher dörflichen Charakter“, so der Moderator. Eine solche Dimension des Projektes habe von Beginn an zur Diskussion gestanden, erklärt Wilfried Pallasch. „Aufgrund seiner Nähe zu Bremen verfügt Scharmbeckstotel über ein starkes Entwicklungspotenzial“, bemerkt er.

„Mit der Größenordnung bedienen wir jedoch nur den Bremer Wohnungsmarkt und in Scharmbeckstotel entstünde die größte Wohndichte des gesamten Stadtgebietes“, wandte Neuner-Krämer ein. Auch Behrens erkennt keine Notwendigkeit für die geplanten Einheiten, da es laut Prognosen zu keinem erheblichen Anstieg der Osterholzer Bevölkerung kommen werde.

„Das Angebot des Investors, acht der geplanten Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis von acht Euro anzubieten, ist einmalig“, so Kallasch. Würde man sich als Kommune darum kümmern, käme man auf mehr als das Doppelte des Betrages, ergänzt auch Schauer. „Am Ende sollte es aber in den Händen der Politik liegen, Rahmenbedingungen für die künftige Bebauung zu erarbeiten, nicht bei den Großinvestoren“, findet hingegen Neuner-Krämer, die das Angebot als Augenwischerei betrachtet.

 

1.500 Unterschriften

 

Weiter zeigt sich Big SchaSto enttäuscht über eine mutmaßliche Missachtung von 1.500 Bürgerstimmen, die man in einer aufwendigen Unterschriftenaktion gesammelt hat. „Für eine konstruktive Debatte fehlt noch ein konkreter Bebauungsplan“, setzt Kallasch dem entgegen. Man sei nicht weit genug im Verfahren vorangeschritten, sagt Schauer, auch wenn er die Initiative der Bewohner, involviert zu werden, grundsätzlich befürworte.

 

Zukünftig gemeinsam konzipieren

 

Grüne und Linke betonen, dass man von Anfang zunächst die Bürger nach ihren Wünschen für die Ortschaft hätte fragen müssen, um diese dann „gemeinsam organisch zu entwickeln“, wäre Neuner-Krämer präzisiert. „Gerade weil von Beginn an zu spüren war, dass in Sachen „Wulfsküche“ Druck auf dem Kessel ist“, so die Ergänzung von Behrens und schiebt nacht: „Im Sinne der Demokratie müsse man auch offen für eine Null-Variante bleiben, wenn sich zu viele Bewohner gegen das geplante Bebauungsprojekt aussprechen.“

Weiter wünscht sich der Politiker Gestaltungsgrundsätze für alle Osterholzer Ortsteile, in der die Dörfer ihre Zukunftsvisionen darstellen können.

Einig sind sich zudem alle Fraktionen über die Entwicklung eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes für Osterholz, das jedoch viel Verwaltungsarbeit erfordere, so Schauer. „Dadurch könnte man Nahverdichtungspotenziale herausarbeiten, um dem Bedarf im Mietsegment - ohne ein solch riesiges Bauvorhaben - gerecht zu werden“, meint Vertreterin Neuner-Krämer.


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